18. Juli 2012

Von Mut und Unmut

Man, ich bin fertig. Diesmal ist das Schuljahr ziemlich lang .....Kinder und Lehrerinnen ächzen nur noch und sehnen die Sommerferien herbei. Trotzdem diskutieren wir mit meinen Kolleginnen schon heftig über die Planung des neuen Schuljahres, denn wir wollen neue Wege im Unterricht gehen. Inspiriert ,von dem Buch "Individuelles Lernen mit System", kramen, wühlen wir nach Material (in wirklich allen Ecken der Schule), welches für Freiarbeitsstunden nutzbar ist. Wir reden sehr viel miteinander und sind regelrecht beseelt von der Idee, neue Pläne im Unterricht zu entwickeln und zu probieren.
Ganz ehrlich, ich arbeite jetzt 27 Jahre als Grundschullehrerin und erlebe eine völlig neue, motivierte Junglehrergeneration (bitte nicht falsch verstehen, denn auch meine Generation (geb. 1965) war/ist fleißig und motiviert). Aber ich habe eben das Glück mit sehr jungen Lehrerinnen zusammenzuarbeiten, die regelrecht nach neuen Ideen lechzen und diese auch umsetzen wollen. Das macht Mut!! Leider gibt es im Leben Bremsen...das führt zu Unmut.Ich erlebe mit großem Unmut, wie ausgebremst, in Zweifel gestellt wird, an alten Lehrmethoden festgehalten wird (ja nicht weg vom Buch- und Arbeitsheftunterricht) und überhaupt nicht zugehört wird. Heute saßen wir zusammen und versuchten einige Dinge zu planen und ich war seit langer Zeit eine glückliche "Alt"lehrerin, die weiß, dass eine tolle Lehrerschaft nachrückt. Es tut wohl, nach der Meinung gefragt zu werden, aber auch von den jungen Kolleginnen zu lernen. Aber es stimmt mich traurig, die Enttäuschung und Fastresignation zu sehen. Und es stellt sich mir die Frage, was soll ich im nächsten Schuljahr Lehramtsanwärtern sagen, wenn es genau um das Thema "Ausbremsung" geht? Ich will hier nicht jammern und den Eindruck erwecken, dass nichts gelingt, aber im Moment bin ich ratlos und hoffe, dass die Sommerferien nicht nur erholsame sondern auch heilende Wirkung haben, denn ich glaube, wir brauchen viel Kraft und Mut im neuen Schuljahr.
...und an alle Junglehrer und junggebliebene Lehrer: Behaltet den Mut, neue Wege zu gehen... die Kinder sind es wert!

1 Kommentar:

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Arnie