6. Oktober 2012

Rund um den Apfel....

...drehte sich alles am Freitag. Die Kobolde hantierten mit Lupe, schnupperten, skizzierten, fühlten und verspeisten am Ende des Tages zwei leckere (von Muttis gebackene) Apfelkuchen. Da ich selbst Sachunterricht sehr liebe, ist es für mich eine Wohltat zu sehen, wie interessiert und wissbegierig Kinder bei Naturphänomenen sind. Warum wird ein Apfel braun, wenn er aufgeschnitten wurde? Warum haben Äpfel nach einiger Zeit eine schrumpelige Haut?... Solche Fragen kommen von den Kindern selbst und sind faszinierend.
Überhaupt muss ich sagen, dass mir der Unterricht bei den Kobolden große Freude bereitet. Ich habe eine Klasse, die sich wenig streitet, überhaupt nicht prügelt und regelrecht lieb miteinander ist. Das ist eine Wohltat, denn ich kenne leider auch anderes.
Das Wuseln innerhalb des Unterrichtes, während der Freiarbeitszeiten, ist etwas weniger geworden....auch eine Wohltat, denn ich kann jetzt in Ruhe helfen, erklären und bin nicht nur auf dem Sprung. Viele Kinder wissen jetzt, was und wie sie arbeiten sollen/wollen. Ich selbst überhäufe auch nicht mehr so mit Materialien und merke, dass die ersten Erfolge kommen. So kann ein Junge wirklich schon lesen. Er zieht die Laute/Silben im Dehnlesen zusammen und merkt selbst, dass er den Sinn versteht. Er bekommt nun gänzlich andere Aufgaben... und jetzt bin ich froh, dass ich auf einen großen Materialfundus zurückgreifen kann (hier ein Danke an alle Autoren dieser Materialien- Marion Weyland, Valessa Scheufler, Brunhilde Sanmann und Kerstin Breuer, deren Materialien ich von Niekao und Matobe zusätzlich nutze)*. Auch dass ich nicht mit Fibel arbeite, stellt sich las sehr positiv für mich heraus. Ich habe mehr Freiraum und durch die Arbeit mit Anlauttabelle, Silben, Buchstabenkönige usw. stellt sich der Erfolg des Lesens schneller ein (oben beschriebener Junge konnte nicht lesen, als er in die Schule kam).
Schwierig für die Kinder und meine nette Mathekollegin ist meine Abwesenheit an zwei Tagen in der Schule. Dadurch ballen sich die Stunden und die Klassenlehrerin fehlt eben. Meine Kollegin hat ja selbst eine Klasse und kümmert sich trotzdem super um die Kobolde. Ich bin ihr dafür sehr dankbar, denn nicht alles ist selbstverständlich in einem äußerst zugeballerten Schulalltag.
Die Arbeit mit den Lehramtsanwärtern macht mir sehr große Freude und ich möchte dies nicht missen. Trotzdem habe ich den Kindern gegenüber manchmal ein schlechtes Gewissen.
Gestern hatte ich während der Apfelstunden ein schönes Erlebnis.Ich saß an einem Vierertisch, wo anfangs laut geschwatzt wurde, statt zu arbeiten...es folgte ein Gespräch.
ich: Wenn ihr nicht arbeitet, muss ich euch die Hasenohren lang ziehen.
Kind: Aber wir sind doch gar keine Hasen.
ich: Ihr seid schon meine Hasen.
anderes Kind: Und wer bist dann du?
wieder anderes Kind: Du bist unser schlauer Fuchs.

Zurück zum Apfel- ich habe einen Apfellegekreis gestaltet, den wir gestern intensiv nutzten. Die Kinder lieben diese Legekreise sehr, denn man kann viel dazu sprechen, verändern, wieder richtig legen und sie sind sehr anschaulich. Solche Legekreise findet man im Zaubereinmaleins und auf diversen Blogs bzw. Internetseiten. Meinen Legekreis habe ich im Schnullikram hinterlegt und noch einmal abgeändert, da der Begriff "Apfelgehäuse" nicht treffend ist.


Fotos gibt es heute keine, denn meine Kamera spinnt etwas und ich bin mit der Qualität der Bilder nicht sehr zufrieden.

* Bei Interesse kann ich gern hier mal die Materialien der genannten Autorinnen aufschreiben, die ich intensiv nutze. Vielleicht hilft das ja manch einem weiter.

Kommentare:

  1. Ja, das würde ich ganz toll finden, wenn du die Namen der von dir gern genutzten Materialien aufschreibst.

    J. Becker

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  2. Liebe Arnie,

    ich hätte großes Interesse daran, wenn du deine intensiv genutzten Materialien mal nennen könntest. Ich hab grad auch eine 1. Klasse und mir würd das weiterhelfen. Danke und LG
    Iris

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