17. November 2012

An Tagen wie diesen....

....Freitag bekomme ich schlechte Laune, weil ich von den Begleitumständen regelrecht genervt bin. Nach einem schulfreien Tag (wegen Streiks) waren die Kinder gestern völlig durcheinander und dies widerspiegelte sich in fast allen meinen Stunden. Der Förderunterricht in der ersten Stunde lief ruhig und entspannt (hier nehmen nur wenige Kinder teil). Danach begann der Trubel. Zunächst musste ich mit einer Kollegin etwas wirklich wichtiges in der Pause besprechen, wurde aber ständig durch herumbrüllende Kinder unterbrochen, die natürlich sofort merken, dass die Lehrerin die Gedanken woanders hat. So war die eigentliche Frühstückspause eine Meckerpause, aber irgendwie muss nach 9 Wochen Schule auch klar sein, dass die Lehrerin manchmal etwas wichtiges zu tun hat. Hmmm, dann kam zum gefühlten hundersten Mal die Sekretärin und glich mit mir ab, wer das Fotogeld noch nicht bezahlt hat... mir erschließt es sich bis heute nicht, warum dies ständig Klassenleiteraufgaben sind, denn ich denke, dass Geldeinzahlungen auch in einem Schulsekretariat von Eltern getätigt werden können oder der Fotograf selbst das Geld einnimmt. Dann ging es im Galopp zur Vertretungsstunde. Danach war wieder ein Problem zu klären, während das Vorlesekind aus dem Gymnasium (gestern war Vorlesetag) schon vor der Klassenzimmertür lauerte. Die Vorlesezeit war dank der tollen Vorbereitung des Mädchens sehr schön und die Kobolde lauschten gespannt, denn sie lieben Vorlesen über alles. In der Sachunterrichtsstunde mussten zunächst Hausis eingetragen werden. Auch hier habe ich noch keine gelungene Strategie, so dass ich immer umher husche und zeige. Dann arbeiteten alle sehr intensiv in ihren Tagebüchern und ordneten Baum- und Früchtebilder zu. Danach war wieder Action in der Pause...eine Kollegin brauchte meine Muggelsteine, manche Kinder fanden irgendwelche Hefte nicht.... grummel, denn ich musste zu Musik Klasse 4!
Was soll ich sagen? Es folgten noch zwei Arztbesuche, dann fiel ich am Abend geschafft auf einen Stuhl in der Geburtstagsrunde meines Mannes und die Verwandtschaft war ganz erstaunt wie kaputt ich bin so frei nach dem Motto "Mädel, du bist doch aber Lehrerin!". Da fiel mir wirklich nichts mehr ein...

Kommentare:

  1. Herr je, so Tage kennt jeder der Lehrer ist. Und sich dann noch dämliche Kommentare anhören zu müssen, das ist echt der Tropfen, der das Fass manchmal zum Überlaufen bringt.

    Ich bin froh, dass viele meiner Eltern (aus der Klasse) meine Arbeit bzw. unsere Arbeit mittlerweile zu schätzen wissen. Sie sehen die investierte Zeit/Mühe und in Gesprächen bei Elternstammtischen kommt man manchmal dazu, etwas über die eigenen Umstände zu berichten.

    Trotzdem gibt es noch genügend ignorante Menschen und bei deren Kommentare dann nicht schnippisch zu reagieren, kostet manchmal echt Mühe.

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    1. ...jaja, vor allem wenn es die eigene Meschpoke ist. Manchmal hab ich so nen Hals!! Aber ich arbeite daran, diese blöden Sprüche nicht so an mich ranzulassen.

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  2. Ja, vor allem die! Da denkt man, gerade die (erweiterte) Familie müsste es eigentlich am besten verstehen, aber da kommen manchmal Kommentare.

    Ich weiß nicht, ob ich es jemals schaffen werde die Kommentare nicht an mich ranzulassen, einfach weil ich es jedes Mal als zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit empfinde, wenn uns Lehrer unterstellt wird, wir hätten so viel Freizeit und Ferien. Uns wird ja mehr oder minder Faulheit unterstellt und unsere Arbeit nicht wertgeschätzt... ach, ihr seid doch nur Lehrer!

    Jemand, der nen 9 bis 5 Job hat, der geht in der Regel nach Hause und isr fertig. Als Lehrer ist man nie fertig, weil es häufig ein Kopf-Job ist. Dies noch planen, jenes noch organisieren, um 20.30 Uhr noch nen Elteranruf bekommen, in den Ferien die Aufsätze korrigieren, ...

    Es vergeht eigentlich fast kein Tag, indem ich nicht abends noch irgendwas für den Job tue. Und das wird dir und wahrscheinlich allen anderen ja genauso gehen.

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    1. ... ach liebe Souly, du sprichst mir aus vollstem Herzen. Mein Mann meint immer ich solle darüber doch lachen, aber das kann ich nicht.

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Arnie