31. Juli 2012

Erinnerungen

So kurz vor meinem zweiten Urlaub kommen bei mir viele Erinnerungen an meine Kindheit auf, denn wir fahren in ein Land, in welchem ich fünf Jahre mit meinen Eltern lebte- Russland. Ich weiß noch genau, wie mein Vater eines Tages aus dem Betrieb (Werkzeugmaschinenbau) nach Hause kam und wir Familienrat hielten. Er meinte, dass er ein Angebot erhalten hätte, für seinen Betrieb in der Handelsvertetung der DDR in Moskau zu arbeiten und nun unsere Meinung hören wollte.Wir saßen an unserem hellblauen Küchentisch und waren erstmal platt. Danach ging alles ziemlich schnell. Meine Eltern mussten die Schulbank drücken wie die Wilden, denn die russische Sprache wurde in Crashkursen gepaukt und irgendwann ging es für uns in die große Sowjetunion. Ich war 1976 12 Jahre alt und von den Eindrücken der Großstadt Moskau mehr als erschlagen. Vor allem wurde uns schnell bewusst, dass es den russischen Menschen damals richtig bescheiden ging... die Läden waren so gut wie leer, was Nahrungsmittel anbetraf. Dagegen war die DDR ein "Paradies".Ich besuchte die Botschaftsschule und war geplagt von riesigem Heimweh. Heute würde man von Mobbing sprechen, was mir widerfuhr, denn auf Grund meiner sächsischen Sprache wurde ich von vielen Kindern verspottet, ausgegrenzt und zum Teil beschimpft. Es war wirklich schlimm. Der Großteil der Schulkinder waren Berliner... man kann sich also vorstellen, was los war, wenn ich im Unterricht eine Antwort gab. Indianergeheule ist nichts dagegen. Daheim heulten wir mit meiner Mutti um die Wette, ihr ging es auf eine ähnliche Weise so und der Vater hatte alle Hände voll zu tun, seine Frauen zu beruhigen. Irgendwann haben wir uns eingelebt und vor allem Russland kennen lernen dürfen. Ich lernte sehr schnell die russische Sprache (KInder halt),war viel in Ferienlagern mit anderen russischen Kindern und meine Eltern pflegten viele Freundschaften mit Russen, Armeniern und Georgen. Unter anderem war ich mit 14 Jahren auch in dem berühmten Pionierlager "Artek" auf der Krim.
Zu einem meiner schönsten Erlebnisse aus der damaligen Zeit gehört eine Reise mit meiner Mutti nach Leningrad zu russischen Freunden. Heute heißt die Stadt Petersburg und zu dieser kehren wir in den nächsten Tagen irgendwie zurück. Ich habe etwas Bammel davor, weil ich überhaupt nicht weiß, was mich erwarten wird. Als wir 1985 in unsere Heimat zurückkehrten, ging es den Russen nicht so gut. Der Lebensstandard war bei den meisten Menschen eher bescheiden, aber es gab nicht diese Riesenkluft zwischen arm und reich. Davor graut es mir, denn ich weiß aus Erzählungen, dass es vor allem den alten Menschen dort nicht so gut geht. Die Sehenswürdigkeiten von Petersburg kennen wir, trotzdem wird sich sehr viel verändert haben. Komischerweise zog es uns nie wieder nach Moskau, wo wir fünf Jahre lebten. Aber besonders meine Mutti freut sich auf Petersburg. MIr wird wieder schmerzlich bewusst, dass mein Vater dies gern auch noch einmal erlebt hätte. Deshalb werde ich die Stadt mit Freude, aber auch mit Trauer wiedersehen.
Hier noch ein sehr altes Bild aus Artek. Ich bin in der hinteren Reihe das große Mädchen (11. von links).

30. Juli 2012

Viva Italia!!!

Frisch zurück aus dem ersten Urlaub...der Koffer wartet noch auf seine Entleerung, die dritte Waschmaschine rumpelt vor sich hin und ich bin noch ganz beseelt von meinen Eindrücken der letzten Woche. Eigentlich hatte ich etwas Angst, dass ich im Urlaub eine Schlappe erleide, denn die letzten Wochen Schule waren sehr kräfte- und nervenzehrend (außerdem bin ich kein großer Fan von "Nixwieweg"), aber ich wurde eines anderen belehrt und konnte den Urlaub extrem genießen.
Zunächst waren wir ja in München zu einem tollen Konzert von "Lady Antebellum". Unsere Freunde (mal keine Lehrer) schleppen uns immer irgendwie zu solchen Events mit, da sie einfach mehr Erfahrung haben und begeisterte USA-  und Musikfans sind. Sie mögen u.a. Countrymusic (nicht den "Schrammelcountry", wie sie immer betonen), sondern den modernen von heute. Bands oder Sänger, welche in Deutschland noch relativ unbekannt sind, gelten in den USA als absolute Megastars und werden dort sehr veehrt. Mir sagte der Bandname eigentlich gar nix, aber dieses Lied läuft im Radio (zumindest auf Antenne Bayern) recht oft und ist damit bekannt.


Ich bin in solchen Konzerten immer verzückt, wenn die Musik wirklich wie auf der CD klingt...und darin ist diese Gruppe echt meisterlich. Außerdem ist es eine Wohltat zuzusehen, da auf irgendwelche Showeinlagen verzichtet wird und die Musik im Vordergrund steht.
Nach München ging es nun in den wohlverdienten Italienurlaub. So,wie meine liebe Forums- und Chatfreundin Hanne Griechenland liebt, geht es mir mit Italien. Ich liebe die Lebensart, die Sprache...hach eigentlich alles an Italien. Einmal angekommen, flog der ganze Alltagsstress ab und wir schworen uns beide, kein Wort über das Thema "Schule" zu verlieren (fast gelungen). Aperol Spritz, Pasta und Celati waren in den letzten Tagen meine allerbesten Freunde, was ich heute morgen auf meiner Waage mit Erschrecken zur Kenntnis nehmen musste. Natürlich kommt man in Italien auch nicht um das bei allen Frauen beliebte Shopping herum. Selbst mein Mann (ein Modemuffel) kleidete sich nach allen Regeln der Kunst ein... tja und die Frau bekam die nächste Tasche, zu welcher ich einfach nicht Nein sagen konnte.Der Abschied fiel mir diesmal ziemlich schwer, denn das Wetter hier gleicht ja mehr herbstlichen Kapriolen. (es regnet schon wieder) Deshalb schaue ich mir gerade meine Urlaubsfotos mit Genuss an und teile einige gern mit euch!!!





...ach ja, hier die neue Tasche!


Ja ja manche Leser werden sagen so ein Faulenzerurlaub wäre nix für sie. Aber ich bin völlig zufrieden und habe die Faulenzerei (dieses spannende Buch habe ich dabei gelesen

Klick ) genossen nach allen Regeln der Kunst. Nun packe ich bald erneut den Koffer, denn dann geht es mit Mutti und Schiff auf große Ostseereise. Aber bis dahin habe ich ja noch ein wenig Zeit, vor allem, um wenigstens ein Speckkilo wegzubekommen!  

20. Juli 2012

Geschafft!!!

So, nun haben endlich auch die Sachsen endlich Sommerferien. Der Tag heute war, bis auf ein Vorkommnis, sehr angenehm, aber auch etwas traurig. Nach vier Grundschuljahren habe ich meine Klassen endgültig verabschiedet. So ganz spurlos geht das an einem nicht vorbei, auch wenn ich in der Vergangenheit schon viele Kinder verabschiedet habe. Nach der üblichen Belehrungsrunde (wird bei uns ganz groß geschrieben) und der Zeugnisausgabe fand auf dem Schulhof noch die traditionelle Auszeichnungsveranstaltung statt. Das Wetter spielte recht gut mit und es gab für verschiedene Auszeichnungen tolle Preise und viel Beifall. Danach starteten wir noch ein Indianerfest, obwohl Lehrer wie Erzieher eher Ähnlichkeit mit müden Kriegern hatten... tja und dann war tatsächlich eine "Supermom" (klaue ich mir kurz von Frau Weh) auf dem Kriegspfad. Es fehlte eigentlich nur noch der Tomahawk, denn das Kriegsgeschrei war entsprechend laut. Meine Kollegin, welche den Sprössling unterrichtete, war fertig! Der Vorwurf der Mutter war unberechtigt und wir konnten sie beide zur Raison bringen, aber diese Art emotionalen Ausbruchs brauchte heute niemand. Bei allem Verständnis für Eltern, die sich über eine Zeugnisnote ärgern, meine ich, dass bestimmte Dinge nicht gehen.

Nun sitze ich vor einem riesigen Koffer, der halb gepackt vor mir steht, denn es geht in den Urlaub. Zuvor fahren wir nach München zu einem Konzert.

                        
                                    http://youtu.be/AWWDm9x48ak

Jaaa und dann geht es nach Limone! Deshalb zieht hier jetzt erst einmal etwas Ruhe ein. Ich wünsche allen meinen Bloglesern gute Erholung in den Ferien. Tankt Kraft für die nächste Zeit und schafft euch gute Erlebnisse. Bis bald!!!

18. Juli 2012

Von Mut und Unmut

Man, ich bin fertig. Diesmal ist das Schuljahr ziemlich lang .....Kinder und Lehrerinnen ächzen nur noch und sehnen die Sommerferien herbei. Trotzdem diskutieren wir mit meinen Kolleginnen schon heftig über die Planung des neuen Schuljahres, denn wir wollen neue Wege im Unterricht gehen. Inspiriert ,von dem Buch "Individuelles Lernen mit System", kramen, wühlen wir nach Material (in wirklich allen Ecken der Schule), welches für Freiarbeitsstunden nutzbar ist. Wir reden sehr viel miteinander und sind regelrecht beseelt von der Idee, neue Pläne im Unterricht zu entwickeln und zu probieren.
Ganz ehrlich, ich arbeite jetzt 27 Jahre als Grundschullehrerin und erlebe eine völlig neue, motivierte Junglehrergeneration (bitte nicht falsch verstehen, denn auch meine Generation (geb. 1965) war/ist fleißig und motiviert). Aber ich habe eben das Glück mit sehr jungen Lehrerinnen zusammenzuarbeiten, die regelrecht nach neuen Ideen lechzen und diese auch umsetzen wollen. Das macht Mut!! Leider gibt es im Leben Bremsen...das führt zu Unmut.Ich erlebe mit großem Unmut, wie ausgebremst, in Zweifel gestellt wird, an alten Lehrmethoden festgehalten wird (ja nicht weg vom Buch- und Arbeitsheftunterricht) und überhaupt nicht zugehört wird. Heute saßen wir zusammen und versuchten einige Dinge zu planen und ich war seit langer Zeit eine glückliche "Alt"lehrerin, die weiß, dass eine tolle Lehrerschaft nachrückt. Es tut wohl, nach der Meinung gefragt zu werden, aber auch von den jungen Kolleginnen zu lernen. Aber es stimmt mich traurig, die Enttäuschung und Fastresignation zu sehen. Und es stellt sich mir die Frage, was soll ich im nächsten Schuljahr Lehramtsanwärtern sagen, wenn es genau um das Thema "Ausbremsung" geht? Ich will hier nicht jammern und den Eindruck erwecken, dass nichts gelingt, aber im Moment bin ich ratlos und hoffe, dass die Sommerferien nicht nur erholsame sondern auch heilende Wirkung haben, denn ich glaube, wir brauchen viel Kraft und Mut im neuen Schuljahr.
...und an alle Junglehrer und junggebliebene Lehrer: Behaltet den Mut, neue Wege zu gehen... die Kinder sind es wert!

15. Juli 2012

Vorbereitungen



Dank des miesen Sommerwetters sitze ich nun schon fast den gesamten Sonntag an verschiedenen Vorbereitungen für die Kobolde. Auf dem Fußboden des Arbeitszimmers häufen sich (zum Unmut des Mannes) immer mehr laminierte Spiele, Anlauttabellen, die fertigen Koboldbriefe und einige für mich wichtige Unterlagen. Da mir meine Vierer letzte Woche versprachen, behilflich bei Ausschneide- und Bastelarbeiten zu sein, musste ich heute viel vorbereiten. Leider neigen sich schon wieder die Laminierfolien dem Ende, aber ich habe noch keine neuen Folien bestellt (....wo kauft man denn wirklich gute, preiswerte Laminierfolien in großer Stückzahl?). Überhaupt muss ich feststellen, dass wir Grundschullehrer immer wieder dazu neigen, viele Materialien selbst anzuschaffen und damit auch zu bezahlen. Da ich schon etliche Jahre im Schuldienst bin, habe ich auch schon einiges an Geld in die Schule gesteckt.  Befriedigend finde ich diesen Zusatnd absolut nicht. Leider gehöre ich zu den Leuten, die bestimmte Dinge unbedingt machen wollen und sich dann die dazugehörigen Materialien kaufen (hier rede ich nicht von Fachliteratur, die Lehrer kaufen sollten). Ich beneide Montessorischulen um ihr tolles Material, welches Kinder zum handelnden Lernen anregt. Aber alles Jammern nützt nix. Deshalb werde ich mit meiner Kollegin in den nächsten Tagen eine Inventur ( in der Schule) durchführen und prüfen, welche Materialien wir für Klassen 1 und 2 haben (allzu viel werden wir leider nicht finden). Danach richte ich dann u.a. meinen Freiarbeitsplan für Deutsch und Sachunterricht aus. Beide haben wir uns das Buch "Individuelles Lernen mit System" gekauft und sind große Anhänger davon geworden. Wir werden einen Jahresarbeitsplan erstellen und mit Teilarbeitsplänen arbeiten, die wir miteinander abstimmen wollen. Ich freue mich darauf, habe aber auch etwas Angst, nicht alles bewältigen zu können. Wir werden sehen.....

13. Juli 2012

Von Geschenken....

Endlich nähern sich auch in unserem Bundesland die Sommerferien immer mehr und so gibt es die Zeit der Geschenke...... Geschenke, mit welchen "Danke" gesagt wird, Geschenke, womit man sich von seiner Klasse verabschiedet, aber auch Geschenke, mit denen man die neuen Schulkinder begrüßt.
Zu unserer Abschlussfeier in der Jugendherberge bekam ich dieses tolle, selbst genähte Geschenk von einer Mutti, über welches ich mich riesig freute. Sie hat eine Hülle um einen Ordner genäht und diese sogar mit meinen Initialen versehen. Dazu schrieb sie mir einen lieben Brief, von welchem ich heute noch gerührt bin, weil er mir so zu Herzen geht.



Dann erhielt ich schon am Montag die fertigen Koboldbuttons, welche jetzt mit einem Brief an die neuen Schulanfänger verschenkt werden. Ich hoffe, die Kinder freuen sich darüber und heften den Anstecker zum Schulanfang an.


Heute musste ich mich, nach einer anstrengenden Woche, selbst mal beschenken... mit diesem kleinen Monster hier:



Das ist Glucksi, das Glücksmonster. Daran konnte und wollte ich heute in meinem Lieblingsladen nicht vorbeigehen, denn ich will ja im neuen Schuljahr die Mompitze "einbauen" und dieser süße Kerl wird uns begleiten. Er sitzt jetzt hier auf meinem Schreibtisch und blinzelt mich tatsächlich irgendwie an.

Das tollste Geschenk aber bekam heute meine Fastschwiegertochter- einen Arbeitsvertrag. bei einem großen Unternehmen in unserer Region. Darüber habe ich mich riesig gefreut.
Geschenke sind was Schönes und tun irgendwie sooooo gut.



8. Juli 2012

(Geheim)Tipp

Schaut mal rein, wenn ihr facebook- Nutzer seid. Hier trägt Susanne Schäfer tolle Adressen zusammen, welche besonders für Grundschullehrer nutzbar sind. Ich bin begeistert, denn die Schulferienkalenderseite (Hammerwort) kannte ich noch nicht.

Namensschilder


Ich bekomme viele Anfragen bzgl. des Rahmens der Namenskarten. Schaut doch mal hier:
http://www.sparklebox.co.uk/misc/editable/cards.html Plain editable fold-over cards (Ref: SB6821)

Und nun viel Freude beim Erstellen der Schilder!

7. Juli 2012

Ich packe meinen Rucksack...


.....für die Klassenfahrt. Ja, am Montag geht es nun endlich zur (von den Kindern heiß ersehnten) Abschlussfahrt in die Strobelmühle nach Pockau . Das Programm hört sich vielseitig an... von Wanderung mit GPS bis hin zu einem Spaßbadbesuch (dem ich argwöhnisch entgegenfiebere) ist alles dabei. Begleitet werde ich von einer lieben Kollegin, mit welcher wir mit Sicherheit viel Spaß haben werden. Außerdem kennt sie die Kinder ziemlich gut und ist noch dazu absolut unkompliziert. Am letzten Tag werden die Kinderlein von ihren Eltern abgeholt und wir grillen zusammen als Abschluss.....darauf bin ich besonders gespannt.
Ich hoffe nun auf gutes Wetter, einigermaßen durchschlafbare Nächte und gute Stimmung unter den Kindern.
Jetzt mache ich mich über die letzten Zeugnisse her ......

5. Juli 2012

Postlieferung

Da ich mich zur Zeit ziemlich intensiv mit meiner zukünftigen Klasse 1 beschäftige, bleibt es auch nicht aus, sich mit dem Lehrmaterial, den Methoden, die man anwenden will, auseinanderzusetzen. Eigentlich* habe ich vor, mit diesem Material zu arbeiten:

Dabei verzichte ich auf eine Fibel, will aber stattdessen viele andere Lesemöglichkeiten schaffen. Dieses Material bietet mir die Möglichkeit, sehr frei vorzugehen und zwingt kein Kind im Gleichschritt zu lernen.
Da ich jedoch so selbst noch nie vorgegangen bin, suchte ich nach Literatur, welche mir guten Einblick in das individuelle Lernen ermöglicht. Dabei stieß ich u.a. auf dieses Buch, welches mir heute die Postfrau brachte:

Ich glaube, das ist wirklich eine gute Anschaffung, denn nach dem ersten Durchblättern zu urteilen, sind viele praktische Hinweise zum Konzept des individuellen Lernens enthalten. Angefangen von einer sinnvollen Raumgestaltung bis hin zu Merkmalen, die gutes Lernmaterial haben sollte, ist alles drin. Besonders gefallen mir die Jahresarbeitspläne, welche auch auf einer DVD enthalten sind und für die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Die DVD habe ich noch nicht angeschaut, da dies zum Kauf verpflichtet, wenn man die dazugehörige Hülle löst.
Und noch ein Buch kam heute bei mir an:

Auch diese Anschaffung erachte ich als sinnvoll, da viele neue Ideen zur Gestaltung des Schulalltages enthalten sind. Ich bezweifle nur, dass ich später im Schultrubel das Buch wirklich ständig zur Hand nehmen werde. Für Berufsanfänger jedoch ist es sicher wertvoll. Heute wähle ich unter der vom Handel angebotenen Literatur sorgfältiger aus als früher und versuche nur noch Bücher zu kaufen, die ich wirklich nutzen kann. Leider gelingt mir das aber auch nicht immer.

* zur Erklärung: Derzeit gibt es ein Gesetz in Sachsen (auf Grund der Klage einer Mutter), dass auch Arbeitshefte vom Schulträger bezahlt werden müssen. Ob und wie das Gesetz greift, steht noch in den Sternen.

Nachtrag

Gestern schrieb ich ja, dass ich noch etwas zu den Lapbookpräsentationen schreiben werde. Für mich war die Arbeit mit dieser Methode genauso neu, wie für die Kinder. Zunächst staunte ich sehr, mit wie viel Fleiß und Engagement sich die Kinder mit ihrem Thema auseinandersetzten. Dies ist beispielsweise eine sehr wichtige Erkenntnis, dass sich Kinder wesentlich mehr einbringen, wenn es um ihr Thema geht. Klar geht das im Unterricht nicht immer, aber bei der Planung bestimmter Lernsequenzen sollten Kinder unbedingt mit einbezogen werden. Dies habe ich in diesem Schuljahr versucht und ich denke, es ist mir gelungen, viele Themen, die Kinder interessieren, anzubieten... (dabei stellt sich allerdings die Frage nach dem Sinn von Sprachbüchern)
Zurück zu den Lapbooks. Auffällig war, dass viel Zeit benötigt wurde, wesentlich mehr, als für die Erstellung von Plakaten. Dies sollte man bei der Planung unbedingt berücksichtigen, um dann nicht irgendwann drängeln zu müssen. Da die PC´s nicht nutzbar waren, recherchierten die Kinder wieder einmal in Büchern, Zeitschriften, Lexika.... es war eine Wohltat!!! Die Präsentationen waren der Knaller. Nur einige Beispiele: ein Mädchen verteilte Möhrenstücke zur Kaninchenlapbookpräsentation, der Dinoexperte brachte einen Wuscheldino mit, der durchs Zimmer trampelte, außerdem zeigte er an einem Dinoskelett sämtliche Knochen, die Delfine wurden mit einer Geräusche-CD vorgestellt, einige Kinder hatten noch ein kleines Quiz vorbereitet und am Dienstag stellte ein Mädchen ihr Kaninchen live bei der Präsentation vor. Manchmal wischt man sich heimlich in solchen Momenten ein Tränchen der Rührung aus den Augen und wünscht sich, dass bestimmte Eltern diese Präsentationen erlebt hätten. (meinen letzten Post vor den Sommerferien widme ich mal dem Thema "Wertschätzung und Anerkennung")
Das alles zeigt mir heute, dass meine Schulkinder wirklich gereifte, tolle Persönlichkeiten sind, welche einen guten Start in den weiterführenden Schulen haben werden. So.....und jetzt schreibe ich die Zeugnisse....

PS: Vermelde alle Zeugnisse sind fertig.... durchschnauf!!!!

4. Juli 2012

Heute mal ohne große Worte...

Lapbookeinblicke:

....hier ein Lapbook über "Fleischfressende Pflanzen"


......dieses Lapbook stammt von einem BVB- Fan (wie man unschwer erkennen kann)



Ein Kurzbericht dazu folgt in Kürze. Ich bin jedoch von der Methode und dem Ideenreichtum meiner Schulkinder begeistert.

Von Molchen und Fröschen

Heute starteten wir mit 31 Vierern zu unserer letzten Exkursion an einen großen Teich. Begleitet wurden wir von unserer Naturpädagogin... einer tollen Frau, die ein Juwel im Schulbetrieb ist. Sie erklärte, nach einer Gruppeneinteilung, wie gekeschert und bestimmt wird und dann folgte zunächst wildes Tun. Dass Kinder sich dabei immer anschreien müssen wird mir wohl ein Rätsel bleiben, aber nachdem sich die Gemüter beruhigt hatten, wurde fleißig gearbeitet, beobachtet, betrachtet und verglichen. Ich halte diese Arbeit in der Natur für sehr wichtig und sinnvoll, weiß aber, dass dies im Schulalltag viel zu kurz kommt. Natürlich gab es auch Kinder, welche nasser nach Hause kamen als sie gingen, aber das gehört an solch einem Tag einfach dazu.

Dieser Junge keschert in aller Ruhe, während im Hintergrund die Gruppe mithilfe von Bestimmungsbüchern erste Tiere bestimmt.
Hier sind zu sehen: ein Teichmolch, mehrere Kaulquappen, ein Rollegel und das leere Gehäuse einer Spitzschlammschnecke.

Mein absoluter Wasserfreak mit Gummistiefeln im Wasser, der alle mögliche Fundstücke an Land beförderte und völlig aufgeregt war.




1. Juli 2012

To do Liste

Auch wenn ich kein Freund von Anglizismen bin, so fällt mir für meine derzeitige Zettelwirtschaft kein anderer Name mehr ein. Vielleicht ist es das Alter mit nachlassender Merkfähigkeit, vielleicht laufen aber auch vor Schuljahresende zuviele Dinge....jedenfalls schreibe ich mir zur Zeit alles auf, habe überall irgendwelche Zettel, die jedes Mal weg sind, wenn ich sie suche. Aber die Zettel disziplinieren mich auch, denn wenn ich am PC sitze, habe ich so meine Rituale. (über die werde ich hier nicht erzählen, sonst kommt noch jemand auf die Idee, ich würde meine Zeit nicht richtig einteilen)


Meine heutige Liste:
  1. Sommerbildgeschichten lesen, bewerten geschafft...ächz
  2. Elternbrief für Klassenfahrt schreiben
  3. Unterrichtsvorbereitung für morgen machen
  4. gestern angefertigte Namenskärtchen laminieren, ausschneiden steht noch an
  5. Rechtschreibfrühstück vorbereiten mache ich das wirklich noch????
  6. mal kurz in die Zeugnisformulare schauen, denn die wollen auch noch geschrieben werden Donnerstag werden die Zeugnisse geschrieben
Von diesen 6 Dingen habe ich 3 noch nicht richtig fertig. Dabei kommt meine Freundin heute zum grillen und das Essen soll ja auch noch lecker drapiert werden. Irgendwas mache ich falsch... mein "Zeitmanagement" (ich hasse dieses Wort) haut hinten und vorn nicht hin.