26. September 2012

Herbstfreude 1-2-3

Hier bei uns in Sachsen zeigt sich der Herbst zur Zeit in voller Pracht. Da ich gestern nach der Schule schnell auf die Autobahn musste, eine gefühlte Ewigkeit dann in einer Arbeitsgruppe verbrachte, bekam ich von dem tollen Wetter nur wenig mit. Heute war ich nun in einer tollen Schule, sah dort mit Freude (1) prima Unterricht und belohnte mich( das mache ich ganz gern mit mir) danach mit diesem schönen Herbstgesteck. (Freude 2)
Nun war ich vorhin mit meinem Mann noch gemütlich spazieren und sammelte, wie in Kindertagen, Kastanien. Diese üben auf mich immer wieder eine hohe Anziehungskraft aus und ich muss sie einfach aufheben, wenn ich welche sehe.
Da ich letzte Woche doch recht unzufrieden mit mir selbst war, habe ich versucht, mehr klare Strukturen in meinen Unterricht zu bringen, einiges wegzulassen und an manchen Stellen stärker anzuleiten. Eigentlich ist die Anleiterei nicht so meine Sache, weil sie viel mit gleichschrittigem Lernen zu tun hat. Aber ich merkte, dass manche Kinder besser folgen konnten, mehr Ruhe einzog und dies letztendlich für alle mehr Freude am Lernen bedeutete. Morgen widmen wir uns dem Buchstabenweg zum "Ll". Die Schritte kennen die Kinder jetzt und ich werde wieder "loslassen". Diesmal schare ich aber eine Gruppe von Kindern um mich, bei denen ich denke, dass sie genau gezeigt bekommen müssen, was sie wie lernen können. Ich denke, das wird klappen. Außerdem habe ich nach Pausenengels Bericht (diese Idee ist also nicht von mir) begonnen, kleine Leseteppiche zu gestalten.

Engelchen hat den Nutzen und die Methode dazu gut beschrieben.Die Leseteppiche setze ich nach und nach ein, denn das Lesen will ich regelmäßig trainieren. Bei Niekao habe ich mir den "Silbenzug" in allen Varianten gekauft und will auch diesen in den nächsten Tagen, kombiniert mit unseren Buchstabenlegekästen, einsetzen.

Tja, das war dann vorhin meine Herbstfreude 3:
 Mein Mann hat lecker gekocht. Da wir einfach nicht den Urlaubsspeck von den Rippen bekommen, verzichten wir zur Zeit auf Kohlenhydrate. Hmmm, der Rotwein ist zwar auch nicht gerade kalorienarm, aber der musste heute sein...Freude ?!


21. September 2012

Unzufriedenheit

Heute war ich ziemlich unzufrieden mit der Arbeit am Lernweg. Irgendwie hatte ich das Gefühl... Jeder macht was er will, keiner macht was er soll und alle machen mit. Naja, ganz so war es nicht, aber so richtig fleißig gearbeitet haben manche meiner Schulkinder heute nicht. Für mich ist es noch schwierig, alles so richtig loszulassen. Ich denke, manche Kinder brauchen eine stärkere Anleitung, manche kommen mit dem Loslassen gut zurecht... und dann der wirklich nicht gerade leise Geräuschepegel, welcher mich selbst absolut nervt. Der Lautstärkeanzeiger ist fast ständig auf gelb/rot gestellt. Kaum wende ich meinen Po, fangen einige an zu kaspern, andere wissen nicht so richtig was sie tun sollen und fragen ständig nach .....die nächsten fühlen sich vom Lärm gestört und können sich schlecht konzentrieren. Und ich habe Angst, dass nicht alle  Kinder wirklich begreifen, wie das Lernen funktioniert. Irgendwie beschlich mich das Gefühl, plötzlich Beschäftigungstherapie zu betreiben...und das macht mich gar nicht glücklich. Im Sachunterricht besprachen wir dann noch einmal die Regeln, auch den Unterschied zwischen Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit. Wichtig ist mir auch, dass es für ständig nicht richtig eingehaltene Regeln Konsequenzen gibt....der "Zeiträuber" zieht bei manchen Kindern leider nur bedingt. Was mir ebenfalls nicht gefällt, ist das alleinige Drucken der Buchstaben. In manchen Heften sieht es ziemlich wüst aus und die Liniatur wird so gar nicht beachtet. Dazu muss ich schreiben, dass ich Formati- Hefte nutze, deren Anfangsliniatur sehr einfach gestaltet ist, also meinte ich dort, keine Probleme zu sehen. Hmm, vielleicht will ich auch zuviel auf einmal. Trotzdem bin ich heute enttäuscht nach Hause gefahren und frage mich gerade, ob Nutzen und Zeitaufwand in Relation stehen.
Ich hoffe, die Leser dieses Beitrages verstehen mein Nachdenken nicht falsch, aber man muss als Lehrerin auch zweifeln können und manches infrage stellen dürfen, sonst ist man meiner Meinung nach nicht ehrlich zu sich selbst. Ihr seht also, es ist bei mir auch nicht nur alles heile und gelungene Schul"welt".
 

20. September 2012

Lernwege....

gibt es bekanntlich viele, aber unserer führt uns seit dieser Woche zum Buchstaben......

                                                                               "E e"
Auf unserem Buchstabentisch tümmelten sich heute lauter tolle Dinge mit "E e" und wurden sortiert, gesprochen und wieder sortiert. Dann arbeiteten die Kinder am Lernweg dazu und ich konnte mit viel Freude beobachten, helfen, schwitzen, fummeln, erklären- ihr wisst schon was Einserlehrer halt so tun. 

Und so sieht der Lernweg im Moment aus:

Über dem Lernweg befinden sich die Aufgaben, die alle Kinder möglichst  schaffen sollten. Darunter habe ich Wahlaufgaben angebracht, werde diese aber nach und nach noch etwas ergänzen. Heute arbeiteten viele in ihren "Ee Büchlein", manche Kinder gestalteten eine Tagebuchseite, wieder andere druckten an der Tafel oder in den Sand. Die Fühlstation ist immer sehr beliebt, aber auch relativ schnell erledigt- leider... Hier werde ich wohl öfter beobachten müssen, denn einige Kinder schlunzen gern in die Fühlsäckchen und dann ist der Effekt verpufft. Aber ich bin sehr stolz auf die Kobolde, denn die Ergebnisse können sich doch schon sehen lassen!



So sieht diese Seite im Tagebuch eines Mädchens schon ganz toll aus. Die "Ee´s" sind zwar noch nicht ganz richtig herum gestempelt, aber das stört mich jetzt überhaupt nicht. Die Palme unter unserem Elefanten- E ist doch absolut klasse.






                                   

Und das ist doch der absolute Hammer---->
Man glaubt gar nicht, dass dieser Junge erst in der dritten Schulwoche zur Schule geht. Er hat das Prinzip des Anlautierens mit der Anlauttabelle sehr gut verstanden und umgesetzt. Ich freue mich sehr!!!

Was mir jedoch auffällt ist der andauernde immer lauter werdende Geräuschepegel bei der Arbeit. Denn natürlich will ich auch nicht verschweigen, dass es Kinder gibt, die nicht immer wissen, was sie tun sollen oder sich ewig an der gleichen Übung aufhalten (Häufchenbau aus Sand ist da z. B. superspannend). Dann kommt es schon zu Ermahnungen und einige Kinder werden von ihrer konzentrierten Arbeit stark abgelenkt. Deshalb dachte ich heute über die Anschaffung von Lärmschutzkopfhörern nach. Diese Idee habe ich aus dem Zaubereinmaleinsforum. Leider sind die Teile wohl ziemlich teuer in ihrer Anschaffung. Aber ich gebe nicht auf, wenngleich mir heute die SL sagte, sie könne sich das gar nicht vorstellen- hmmm ich schon!!!

18. September 2012

Überraschungsbesuch

Heute überraschte mich ein ehemaliger Schüler meiner letzten Klasse, der mir immer sehr am Herzen lag, aber eben auch ein Junge ist, der oft zu kämpfen hatte (manchmal auch mit mir). Ich habe mich unwahrscheinlich gefreut, dass er ausgerechnet nach seinem Unterricht noch einmal zu mir in die Grundschule kam. Er erzählte von den großen und kleinen Dingen des Schulalltags in seiner 5. Klasse. "Frau Arnie, die Lehrer schreien, weil sie nur Stress mit den Großen haben."- waren zunächst seine Worte. Auch dass es in der Grundschule freundlicher  untereinander zugegangen wäre- sein Freund würde jetzt von den Großen als "fettes Sch...." bezeichnet werden und alles gehe sehr schnell im Unterricht voran. Vor allem die Schreiberei sei eine Last, da er sehr langsam sei und kaum hinterher käme. Ich spitzte meine Ohren und war ein wenig traurig, dass ein Kind nach noch nicht einmal 3 Schulwochen so über seine Schulzeit erzählen muss. Nun weiß ich durch meinen Mann, der ja auch in der Oberstufe arbeitet, dass die Eingewöhnung für die Fünfer genauso schwer ist wie für unsere Kleinen in Klasse 1. Mein Schüler tut mir etwas Leid, da ich weiß, wie schwer er es mitunter mit den Abläufen bei uns hatte und nun noch mehr "Kämpfe" bestehen muss.  Als ich ihm sagte, dass ich ihn vermisse und oft an ihn denke, war er ganz gerührt und meinte, er vermisse mich auch und wünsche sich die Zeit zurück mit uns. Ach Mensch..... 

17. September 2012

Elternabend

Heute ist nun der erste Elternabend der Koboldklasse. Allein der Riesenstapel an Zettel, Formularen und Informationsmaterialien lässt mich den Kopf schütteln....Hausordnung, Werkraumordnung, Sportinformationen, Wer darf allein nach Hause gehen- Zettel...mir graut es. Vor allem wäre mir wichtig, manche Methoden, Lernschritte genauer zu erläutern, aber bei den vielen organisatorischen Dingen wird wohl wenig Zeit dafür bleiben. Dann müssen auch noch die Elternsprecher gewählt werden. Tja und die Eltern kommen ja auch von Arbeit und wollen sicher nicht 2 Stunden auf den Ministühlen verharren. Deshalb habe ich mir heute ein strenges Zeitlimit verordnet: max. 1 1/2 Stunden darf der Elternabend dauern. Anschließend wollen unsere Horte auch kurz informieren und übertreiben will ich in diesem Schuljahr echt nicht!!!
 
18.9.12- Kurze Nachlese: Ja, ich habe es geschafft, den Elternabend zeitgetreu zu beenden. Es war eine nette Stimmung im Raum und trotz vieler Zettel und Infos, konnte ich meine methodischen Abläufe gut erklären. UND- heute kamen fast alle Kinder allein in das Klassenzimmer, darüber freue ich mich sehr, denn die Eltern haben meinen Hinweis diesbezüglich ernst genommen. Alle haben ausgepackt, sich entspannt auf die erste Stunde eingestellt....es wird!

14. September 2012

Dooooose

Heute möchte ich kurz über die bisherige Koboldzeit berichten, denn immerhin sind zwei aktive Lernwochen ins Land gegangen. Da ich erstmals keine Fibel nutze, fällt mir die Planung gar nicht so leicht und mancher Schultag ist wie eine Wundertüte, man weiß nicht immer, wie weit man kommt. Jetzt sind aber schon erste Strukturen da und die Kinder werden immer mehr richtige kleine Schüler. Fast jeder meldet sich, mein Name wird nicht ständig gerufen und das Schönste am Tag sind die Pausen!!
Nachdem wir jetzt viele Anlautübungen, Silbenübungen und Wahrnehmungsübungen durchgeführt haben,war heute Freiarbeit angesagt und damit die Einführung einiger Materialien. Diese will ich nach und nach einführen, manchmal mit allen Kindern, manchmal nur mit einigen, damit jene dann anderen zeigen können, wie es funktioniert. Da ich gern das Prinzip des individuellen Lernens nutzen möchte, versuche ich jetzt täglich verschiedene Freiarbeitsmaterialien einzubauen. Durch die Vorschule sind die Kinder schon an Partner- und Gruppenarbeit gewöhnt. Was einigen heute zu schaffen machte, war der höhere Lärmpegel. Hier muss ich handeln und werde mir diesen Lautstärkeanzeiger aus Marions Kruschkiste basteln. Auf alle Fälle arbeiteten alle Kinder wie wild und die Koboldlehrerin war glücklich, weil wirklich gearbeitet wurde. Danach nutzten wir das Wörterheft der ABC- Lernlandschaft und druckten die ersten Wörter mit der Anlauttabelle. Die Verfahrensweise hatte ich erklärt und einige Wörter druckten wir gestern schon gemeinsam. Leider muss ich kritisch feststellen, dass sehr schwere Wörter gleich zu Beginn im Wörterheft zu drucken sind... KERZE, HASE, PIRAT... mir wären einfache lautgetreue Wörter lieber wie OMA, MAMA, LOS...aber es ging trotzdem ganz gut voran. Der absolute Erfolg stellte sich dann auch bei drei Kindern ein, die allein das Wort DOSE druckten. Ja, da hüpft das Grundschullehrerinnenherz erstmal höher. Trotzdem merke ich, dass noch nicht alle Kinder das Anlautprinzip komplett verstanden haben, aber wir haben auch erst die 2. Schulwoche hinter uns.
Gestern blieb ich lange nach dem Unterricht in meinem Klassenzimmer, um den Lernweg der Buchstaben zu komplementieren. Auf Grund einiger  hierzu beschriebener Erfahrungen in meinen Lieblingsblogs, habe ich manche Idee weiter ausgebaut, manches aber auch verworfen. Dazu schreibe ich dann aber mehr in der nächsten Woche. Das "E" wird unser erster Buchstabe auf dem Lernweg sein. Nächste Woche ist dann endlich auch der erste Elternabend. Hier werde ich bestimmte Dinge erklären, da ich glaube, dass  manches bei den Eltern sonst auf Verwirrung stößt.
Nun ein paar Fotos von heute:
Dieses Material lieben die Kinder sehr. Hier sieht man auch, wie flexibel sie sind und wie sie sich schnell auf Neues einlassen können, denn die Anlautbilder sind völlig andere, als unsere.
Diese Kinder bearbeiten noch Übungen aus unserem Vorschulheft. Dieses kann ich wärmstens empfehlen (HIER ich nutze das grüne Heft), denn man kann es wunderbar auch für Wahrnehmungsübungen in den ersten Wochen weiter nutzen und spart Kopien.
Der Anlautkoffer ist heiß begehrt. Ab nächste Woche lasse ich die Buchstaben mit dazu legen und die Buchstabenkönige in den Silbenbögen. Dieses Material kann ich absolut empfehlen....man erhält es bei hier.
Hier ordnen die Kinder zunächst den Bildern die Buchstaben zu. Ich nutze diese Übung erst einmal, um die Orientierung auf der Anlauttabelle zu sichern. Das Drucken in der Zeile war für mich nebensächlich. Tatsächlich las aber auch ein Kind schon von ganz allein "WURM".
Auch dieses Anlautdomino wurde mit Freude und viel Akribi gelegt. Gestolpert wurde bei "Yak". Die deutsche Sprache ist aber auch teuflisch mit dem Y. Eigentlich gibt es ja kaum Wörter damit....
Dieses Puzzlespiel hat mir eine Kollegin geliehen. Auch heute ein Renner, denn einige Kinder kannten es zum Teil aus dem Kindergarten. Die Kleinbuchstaben gibt es auch dazu.

12. September 2012

Chaosqueen

 Gestern war ich die Chaosqueen der Schule. Dadurch ich montags nicht in meiner Schule bin, komme ich derzeit total durcheinander. Für mich war eben gestern Montag und so verlief auch der Tag. Mal davon abgesehen, dass die Leitung einer ersten Klasse wirklich anstrengend ist, war ich gestern dermaßen durcheinander, dass ich viel verwechselte und vergaß. Vielleicht war es auch die Hitze... jedenfalls vergaß ich am Ende des Schultages noch die Werkengruppen einzuteilen für den Mittwoch. Wie gesagt, für mich war ja Montag und ich sagte mir... haste noch Zeit bis morgen mit der Einteilerei. Meine Kollegin machte mich liebenswürdig darauf aufmerksam, dass doch schon Dienstag sei. Ach du meine Güte! Die Kinder waren weg, die Werkenlehrerin schaute auch nicht gerade glücklich und so wuselte ich in unsere Horte und telefonierte eifrig. Unsere Erzieherinnen sind absolut nett und flexibel. Sie schrieben jedem Kind noch ein Textlein ins Heft und auch die Eltern am Telefon waren sehr nett. Aber Mensch, 2. Schulwoche... soooo durcheinander kann man doch gar nicht sein. Deshalb las ich heute mit Freude in einem meiner Lieblingsblogs von ähnlichen "Ereignissen" und war gleich etwas beruhigt. Wir sind halt alle nur Menschen und machen Fehler...mal sehen, was ich morgen vergesse.

Was mich z.Z. immer erheitert, sind die Suchbegriffe hier in meinem Blog, die ich einsehen kann. Kürzlich suchte jemand nach "Arnie- der Kobold". Leider bin ich keiner, denn sonst wäre ich sicher nicht so durcheinander. Was ebenfalls immer wieder gesucht wird sind "Gummistiefel". Ich weiß nicht warum, aber dieser Begriff taucht regelmäßig in allen Varianten hier auf.Aber Gott sei dank waren noch keine "strammen Schenkel" dabei wie bei Frau Weh.

10. September 2012

Hochgefühl

Wenn man im Leben meint, etwas richtig gemacht zu haben, dann fühlt man sich so, wie ich mich heute fühle, nämlich GUT!!!
Im Moment spüre ichl, dass alles, was ich bisher in meinem Berufsleben gemeistert habe, jetzt zugute kommt. Junge freundliche Frauen saßen erwartungsfroh im Lehrerseminar vor mir. Das Begrüßungsspiel lief schonmal gut und auch der Rest des Seminars war angenehm. Das Gefühl, auf wissbegierige, wollende Junglehrerinnen zu treffen, war einfach klasse. So fuhr ich mit einem Hochgefühl nach Hause, wo der Mann schon voller Neugier wartete. Ihm ging es heute ähnlich mit dem Gefühl, alles richtig gemacht zu haben wie mir. Er arbeitet seit diesem Schuljahr für 10 Stunden als Sportlehrer in einer Blindenschule, da es in Sachsen zuviele Gymnasiallehrer gibt. Die restlichen Stunden hält er in seinem Gymnasium. Auch mein Mann war voller Freude, da er zum einen tolle Kolleginnen in der Blindenschule hat, die ihm absolut hilfreich zur Seite stehen, aber auch, weil er merkte, mit welcher Freude die Blinden Sport betreiben, so, wie sie es eben können (wozu behinderte Menschen sportlich in der Lage sind, haben die Paralympics gezeigt). Er hat absoluten Respekt vor der Leistung dieser Kinder, aber auch vor der Leistung der Sonderpädagogen und deshalb hatte er ein ähnliches Hochgefühl wie ich. Darauf stoßen wir jetzt mal mit nem "Hugo" an, den uns meine Freundin kürzlich zum Grillen mitbrachte. Ich war lange nicht so glücklich (beruflich) wie heute.

9. September 2012

Aufregung

Morgen ist es nun endlich soweit. Ich halte mein erstes Seminar und bin ganz schön aufgeregt. Eine nette Kollegin gab mir einen Stoffverteilungsplan für die Fachdidaktik Sachunterricht, welchen wir morgen dann aber gemeinsam abgleichen wollen. Trotzdem half der Plan erstmal, das erste Seminar vorzubereiten "Charakterisierung eines modernen Sachunterrichtes". Ich gebe zu... klingt nicht soooo spannend für jemanden der motiviert, gut ausgebildet und jung vom theoretischen Studium kommt, aber ich versuche sehr viele praktische Inhalte einfließen zu lassen und damit die Sache spannend zu gestalten.

Starten werde ich so, wie bei den Kobolden in der ersten Sachunterrichtsstunde:

Alle stehen im Stirnkreis- ich spreche und zeige, die Kinder/LAA´s machen mit.
 
Guten Tag
 
Wir sagen "Guten Tag" zur Erde. (dazu kräftig mit den Füßen stampfen)
Wir sagen "Guten Tag" zu den Wolken. ( auf die Zehenspitzen stellen und weit nach oben fassen)
Wir sagen "Guten Tag" zur Luft. (tief ein- und ausatmen)
Wir sagen "Guten Tag" zur Sonne. (nach oben winken)
Wir sagen "Guten Tag" zu den Pflanzen. (in die Hocke gehen)
Wir sagen "Guten Tag" zu den Tieren. (ein Tier imitieren)
Wir sagen "Guten Tag" zu unseren Mitmenschen. ( Mitspieler geben sich reihum die Hand und begrüßen sich).

Hmmm, nun hoffe ich sehr, dass sich die jungen Frauen darauf einlassen, aber ich habe diese Übung auch gern in der Lehrerfortbildung durchgeführt und es kam gut an. Außerdem bin ich grundsätzlich der Meinung, dass man als Grundschullehrerin vieles probiert haben muss, was man von Kindern später abverlangt.
Nun liegen 10 von mir zusammengestellte Mappen mit Informationen zum Fachlehrplan Sachunterricht vor mir, kleine Begrüßungsgeschenke, mein neues Glücksbringerschlüsselband und ...(an denen konnte ich nicht vorbeigehen) bunte Monsterstempelchen.


Jetzt mache ich mich über die Vorbereitung der 6 Dienstagstunden. Da ich auch Sachunterricht in Klasse 3 habe und das Thema "Kartoffel" ansteht, habe ich mächtig viel zu tun, neben den Einservorbereitungen. Ganz neidisch habe ich heute hier ein Foto von einem Kartoffellapbook gesehen, aber das schaffe ich diesmal nicht. Ich werde aber Annas Kartoffelideen mopsen, die mir überaus gefallen (das Lapbook natürlich auch... aber die Zeit!!). Nun drückt alle die Daumen, dass morgen alles gelingt!

5. September 2012

Start

Heute ein kleiner Zwischenbericht über die ersten Arbeitstage:
Wenn man wie ich aus einer vierten Klasse als Klassenlehrerin kommt und eine erste Klasse übernimmt, dann ist das schon eine große Umstellung. So war auch der Montag, trotz stark verkürzter Stundenzahl, recht turbulent für Kinder und Lehrerin. Da ich schon einige Jahre Lehrerin bin, weiß ich aus der Erfahrung, dass man sich für den Beginn nie zuviel vornehmen sollte, denn es kommt vieles anders, als man denkt. So war es auch diesmal...Nach Begrüßung und Spiel wurden zunächst die Ranzen geleert, denn die meisten Arbeitshefte und Bücher bleiben in einem Stehordner in der Schule. So wuselte ich also durch die Klasse, räumte hier, räumte da... die Tagebücher wurden beklebt, Zuckertüten ausgeschnitten und bemalt,Glucksi entschlüpfte seinem Koffer und ließ die Kinder die Olchis kennenlernen, aus dem "Olchibuch" wurde anschließend vorgelesen (sofort der absolute Renner bei den Kindern) und dann war auch schon fast alles vorbei...die Lehrerin hatte die berühmten Schweißränder, die Kinder waren der Meinung üüüüberhaupt nichts gelernt zu haben....hmmmm.
Danach ging es schnell auf die Autobahn und nach einer entnervenden Parkplatzsuche das erste Mal zur großen Dienstberatung in das Lehrerseminar. Dieses ist wunderbar zentral gelegen und absolut modern und neu eingerichtet. Als ich 19.00 Uhr nach Hause kam war ich ziemlich fertig, aber auch glücklich, denn diese neue Aufgabe wird mir mit Sicherheit Freude bereiten. Ich habe nette Kolleginnen an meiner Seite, die ihre Erfahrungen mit mir Neuling teilen (was nicht selbstverständlich ist) und da ich schon lange als Fachberaterin bzw. Fortbildnerin gearbeitet habe, wird mir die Arbeit mit den Lehramtsanwärterinnen hoffentlich nicht so schwer fallen. Das erste Seminar startet am kommenden Montag und nun raucht gleich mein Kopf, denn dieses soll gut gelingen. Im Moment denke ich über einen tollen Einstieg nach.
Gestern starteten wir in der Koboldklasse mit der ersten Strophe unseres Buchstabenraps. Hier stehen zunächst die Vokale im Mittelpunkt... die Buchstabenkönige. Das war für viele Kinder schon cooler als die Dinge des Vortages. Ich habe mir vorgenommen zunächst viele Übungen zur Anlauttabelle (von Susanne) durchzuführen und will dabei verstärkt mit dem Lauschheft (ABC- Lernlandschaft) arbeiten. Nach und nach führe ich Übungen zur Freiarbeit ein, damit die Kinder schnell selbstständig arbeiten können, sollen und vor allem wollen. Nach vier Unterrichsstunden waren die meisten gestern ganz schön k.o., aber diese enorme Umstellung von Kindergarten- zum Schulkind ist auch sehr anstrengend und bedeutet für viele Kinder eine große Umstellung.

2. September 2012

Schulanfang

Gestern war nun der große Tag für alle Schulanfänger. Zur Erklärung muss ich vielleicht schreiben, dass bei uns immer samstags die große Feier ist, wo jedes Kind seine Zuckertüte erhält und feierlich in die Grundschule aufgenommen wird. Auch in den Familien wird danach ordentlich gefeiert. Am Montag beginnt der normale Schulalltag... zunächst mit stark verkürztem Stundenplan für die Kleinen. In der 2.Schulwoche werden die Kinder dann nach normalem Stundenplan unterrichtet.
Und nun kamen gestern alle "Kobolde" schick angezogen, neugierig und sehr aufgeregt zu mir ins Klassenzimmer. Dort lagen einige Hefte, das Mathematikbuch und eine Minizuckertüte bereit, welche wir flugs in die Ranzen räumten und eigentlich dann in Windeseile zum Fotografen liefen. Fast jede Sekunde wird ja heutzutage im Leben eines Kindes festgehalten, was ich einerseits sehr schön finde, vor allem wenn ich an das Babyalter denke, wo sich Kinder recht schnell verändern....andererseits ist es für mich eben etwas gewöhnungsbedürftig, wenn manche Kinder schon wie Models posieren müssen. Aber ich bin in manchen Dingen vielleicht etwas konservativ. Danach wurden wir an der Schule mit Kleinbussen abgeholt, welche uns zum Veranstaltungsort fuhren. Nach einem festlichen Einmarsch (danach weiß man, wie sich die Stars nach einem Auftritt auf dem roten Teppich fühlen müssen), wurde das Programm von unseren dritten Klassen aufgeführt. Auch wenn ich im Vorfeld nur für das Einstudieren der Lieder verantwortlich war, fieberte ich doch sehr mit, dass alles klappt. Das Festprogramm wird schon am Ende des alten Schuljahres wie verrückt geprobt und ist immer mit viel Arbeit verbunden. Auch in diesem Jahr liefen unsere "Großen" zur Hochform auf und ich schwärme heute noch von den tollen Leistungen. Die Koboldkinder saßen mit Kulleraugen auf ihren Plätzen und staunten. Nach einer Rede bekamen nun alle Kinder ihre Zuckertüte auf der Bühne des Festsaales. Ich staune immer noch über die Kreativität der meisten Eltern, denn die meisten Tüten waren selbst hergestellt... regelrechte Meisterwerke!! Nach der Feier wurde gratuliert, wieder fotografiert und allen Lehrerinnen fielen Steine vom Herzen, weil wirklich alles reibungslos lief. Auch das ist etwas, worüber ich mich sehr freuen kann, denn jede Kollegin sieht wirklich wo man zugreifen kann, helfen muss... ich kann sagen, wir sind ein tolles Lehrerteam.
Nun sitze ich schon wieder über irgendwelchen Plänen, die ich aber jetzt abschließe. Morgen geht es ausnahmsweise in die Schule, denn eigentlich ist der Montag Ausbildungstag für die Studenten. Den Montag dafür zu wählen halte ich nicht für glücklich, aber naja...Nach drei Koboldstunden fahre ich dann zu einer mehrstündigen Dienstberatung in die Ausbildungsstätte, so dass ich morgen eigentlich auch sowas wie "Schulanfang" habe. Tja, fehlt bloß noch die Zuckertüte!!