25. November 2012

Vorweihnachtswoche

Jetzt merke ich erstmal, wie lange ich nichts hier geschrieben habe. Aber manchmal gibt es soviel zu berichten und dann hat man Tage, da läuft alles und es passiert nicht soooo viel Neues. Nächste Woche wird jedoch zu einer spannenden Woche für die Kobolde, aber auch für mich. Wir werden an unserer Schule fächerverbindenden Unterricht zum Thema "Weihnachten" durchführen und lösen hierfür die Klassen auf, so dass jahrgangsübergreifendes Lernen möglich ist. Da ich junge, motivierte und mutige Kolleginnen habe, die diese Variante unbedingt wollten, wird die Woche spannend. Aus dem Forum des Zaubereinmaleinses weiß ich, dass diese Form des Lernens schon in einigen Schulen normaler Unterrichtsalltag ist (zumindest in Klassen 1/2)... für uns ist es Neuland. Da ich nur drei Tage an meiner Schule bin, werde ich in eine Helferposition rutschen. Immer zwei Kolleginnen werden für je eine jahrgangsgemischte Gruppe zuständig sein und ich bin mit einer Kollegin zusammen, die ich sehr mag. Ein schlechtes Gewissen habe ich schon, denn sie hat alles vorbereitet und organisiert. Aber ich genieße es auch, mal nicht an vorderer Front zu stehen, werde mich aber tatkräftig einbringen. Am Freitag endet die Woche dann mit einem "Weihnachtstag" an unserer Schule, wo alle Ergebnisse präsentiert werden. Es wird ein Programm geben, Schnitzer und Klöpplerinnen stellen sich vor, Plätzchen u.a. werden verkauft... na eben das gesamte Programm. Am Vormittag backen Eltern mit den Kobolden Plätzchen und darauf freue ich mich sehr. Überhaupt ist die Resonanz der Elternschaft sehr positiv und das genieße ich in diesem Schuljahr in vollen Zügen, da es nicht selbstverständlich ist.
Morgen bereite ich mein "Weihnachtslapbookvorhaben" für meine LAA´s vor. Der Plan ist, dass jede Seminargruppe etwas Weihnachtliches für die jeweils andere Gruppe so aufbereitet, dass dabei gute Ideen für den Sachunterricht vermittelt werden. Da ich verantwortlich für den Anfangsunterricht bin, habe ich lange hin und her überlegt, was meine Seminargruppe dazu machen könnte, bis mir die Idee mit dem Weihnachtslapbook Klasse 1 kam. Da die Lapbookidee noch nicht soooo bekannt ist, hoffe ich auch ein wenig auf den positiven Stauneffekt, den ich auch erlebt habe, als die Idee im o.g. Forum vorgestellt wurde.
Heute habe ich auch begonnen, die ersten Weihnachtssachen herauszukramen. Da ich am Rande des Erzgebirges lebe, in welchem die "Männeln" einfach unbedingt zu Weihnachten gehören, gehört es einfach dazu, jetzt schon "aufzubauen". Diese Tradition liebe ich, wie alle Menschen, die hier leben, sehr.

17. November 2012

An Tagen wie diesen....

....Freitag bekomme ich schlechte Laune, weil ich von den Begleitumständen regelrecht genervt bin. Nach einem schulfreien Tag (wegen Streiks) waren die Kinder gestern völlig durcheinander und dies widerspiegelte sich in fast allen meinen Stunden. Der Förderunterricht in der ersten Stunde lief ruhig und entspannt (hier nehmen nur wenige Kinder teil). Danach begann der Trubel. Zunächst musste ich mit einer Kollegin etwas wirklich wichtiges in der Pause besprechen, wurde aber ständig durch herumbrüllende Kinder unterbrochen, die natürlich sofort merken, dass die Lehrerin die Gedanken woanders hat. So war die eigentliche Frühstückspause eine Meckerpause, aber irgendwie muss nach 9 Wochen Schule auch klar sein, dass die Lehrerin manchmal etwas wichtiges zu tun hat. Hmmm, dann kam zum gefühlten hundersten Mal die Sekretärin und glich mit mir ab, wer das Fotogeld noch nicht bezahlt hat... mir erschließt es sich bis heute nicht, warum dies ständig Klassenleiteraufgaben sind, denn ich denke, dass Geldeinzahlungen auch in einem Schulsekretariat von Eltern getätigt werden können oder der Fotograf selbst das Geld einnimmt. Dann ging es im Galopp zur Vertretungsstunde. Danach war wieder ein Problem zu klären, während das Vorlesekind aus dem Gymnasium (gestern war Vorlesetag) schon vor der Klassenzimmertür lauerte. Die Vorlesezeit war dank der tollen Vorbereitung des Mädchens sehr schön und die Kobolde lauschten gespannt, denn sie lieben Vorlesen über alles. In der Sachunterrichtsstunde mussten zunächst Hausis eingetragen werden. Auch hier habe ich noch keine gelungene Strategie, so dass ich immer umher husche und zeige. Dann arbeiteten alle sehr intensiv in ihren Tagebüchern und ordneten Baum- und Früchtebilder zu. Danach war wieder Action in der Pause...eine Kollegin brauchte meine Muggelsteine, manche Kinder fanden irgendwelche Hefte nicht.... grummel, denn ich musste zu Musik Klasse 4!
Was soll ich sagen? Es folgten noch zwei Arztbesuche, dann fiel ich am Abend geschafft auf einen Stuhl in der Geburtstagsrunde meines Mannes und die Verwandtschaft war ganz erstaunt wie kaputt ich bin so frei nach dem Motto "Mädel, du bist doch aber Lehrerin!". Da fiel mir wirklich nichts mehr ein...

14. November 2012

Zwischenbericht

Da im Moment schulisch sehr viel läuft, komme ich gar nicht so oft dazu, hier zu schreiben. Heute habe ich etwas mehr Zeit und gebe mal einen kleinen Zwischenbericht.
Die Koboldklasse startete entspannt nach 2 Wochen wieder in den Schulbetrieb und es läuft nun die 8. Schulwoche. Viele Kinder beherrschen das silbenweise Lesen, einige lesen sogar schon Wörter und erste Sätze. Trotzdem ist der Unterschied in den Leistungen enorm. Alle Kinder sind ziemlich selbstständig. Arbeiten muss ich dringend an der Ordnung auf den Tischen. Dort sieht es bei den meisten ziemlich chaotisch aus und es nervt mich, wenn ständig Dinge herunter fallen. Aber hier war ich einfach in den letzten Wochen nicht konsequent genug und muss daran arbeiten. Die Freiarbeit läuft richtig gut. Trotzdem werde ich in den nächsten Wochen in der ersten Stunde frontal arbeiten, da hier die Kinder frisch sind und die Aufnahmefähigkeit größer ist. Ich merke einfach, dass man nicht zuviel dem Selbstlauf überlassen darf. So drucken viele Kinder konsequent Blockbuchstaben... ich möchte aber verstärkt große und kleine Buchstaben üben, da unsere Schrift ja nicht nur aus Blockbuchstaben besteht. Durch die offene Arbeit ist die Sozialkompetenz in der Klasse hoch. Es wird sich geholfen, keiner wird ausgegrenzt oder gar ausgelacht. Das macht mich sehr froh, weil ich eine bestimmte Grundharmonie selbst brauche und gern habe. Auch der gelbe Plan wird gut angenommen und durchgeführt. Dass ich keine Fibel mehr nutze, wirkt sich hier positiv aus. Endlich kommen all die schönen Freiarbeitsmaterialien zum Einsatz und nichts schlummert mehr in den Schränken, bis man am Ende des Schuljahres merkt... da war noch was.
Diesen Lautschieber von Susanne nutzte ich auch gern bei meiner letzten Klasse 1.....kann ich nur wärmstens empfehlen.

Auch die Lautsuchbilder werden zur Zeit intensiv während der Planarbeit genutzt. Leider habe ich keine Idee mit den Foliestiften, welche ständig abgewischt werden müssen und dies sich als üble Sauerei herausstellt.

Dieses Material von Susanne lieben die Kinder immer wieder... man sieht, es wird. Trotzdem will ich von den Großbuchstaben allmählich weg.


Regenschirmtanz in Klasse 4- das brauche ich dann aber auch nach vier Stunden Koboldunterricht und liebe es.
 Die Kombination Große und Kleine zu "unterrichten" macht mir nach wie vor Freude. So wie die Kobolde sind auch meine Lehramtsanwärterinnen total nett, aufgeschlossen und neugierig. Da vielleicht auch einige hier mitlesen, möchte ich nochmal Mut machen und bestärken. Die Arbeit als Lehrerin ist toll, aber nicht immer leicht. Deshalb auch "Mut zur Lücke!". Auch mir gelingt nicht alles  immer sooo toll und manchmal zweifele ich sehr an mir und dem was ich tue. Ich denke aber, dass nur das weiterbringt...und natürlich Menschen, die Vorbild (nicht nur beruflich) sind.

 



11. November 2012

Klassentreffen

Gestern war ich zum Klassentreffen meiner ehemaligen "Grundschulklasse". Zur Erklärung muss ich dazu schreiben, dass ich in dieser Klasse fünf Jahre (1971-76) gelernt habe, denn danach gingen ja meine Eltern mit mir ins Ausland.
Deshalb freue ich mich auch immer auf die Treffen, da ich viele gute Kindheitserinnerungen an diese Zeit habe. Diesmal war sogar die Parallelklasse dabei und ich erschrak zunächst über die vielen "unbekannten" Gesichter. Es wurden alle alten Anekdoten aufgewärmt, manche von uns sind bereits Omas oder Opas, über den Beruf wurde gequatscht und natürlich auch über sehr persönliche Dinge wurde gesprochen. Viele haben bereits arge Schicksalsschläge einstecken müssen, manche meiner Klassenkameraden sind leider nicht mehr unter uns und alle waren angesichts der magischen "50" eher nicht erfreut....und hier meine ich nicht nur Frauen. Der Grundtenor war jedoch immer der bessere Umgang mit einem selbst. Das hat mich schon beeindruckt, aber vielleicht nimmt man in meinem Alter auch nicht mehr alles als selbstverständlich hin. Toll fand ich die netten Männerkomplimente, die ich bekam. Auch das ist ja nicht sooo selbstverständlich und es tut dem eigenen Ego sowas von gut, das glaubt man gar nicht. Mein Mann bekam auch ein bisschen Kulleraugen heute morgen, als ich ihm davon erzählte. Aber er hat nächste Woche Klassentreffen und mal sehen, was er so erlebt....

2. November 2012

Jahrtausendpflanzen

Die Herbstferien neigen sich dem Ende zu und immer öfter sitze ich an meinem Schreibtisch und bereite für die Zeit danach vor. Wie alle Berufskollegen wissen, folgt jetzt eine sehr anstrengende Zeit für Kinder und Lehrer bis Weihnachten. Allein schon das Wetter macht manchmal etwas mürbe....
Deshalb versuche ich vorzuarbeiten, um dann etwas Entlastung zu haben. So sitze ich seit gestern über der Vorbereitung eines Wahlpflichtbereiches Klasse 3, der sich "Jahrtausendpflanzen" nennt. Was das für Pflanzen sind, kann man ganz gut rechts nachlesen. Ich selbst finde das Thema sehr spannend und es ist auch nicht das erste Mal, dass ich dieses im Sachunterricht mit Kindern durchführe. Jahrtausendpflanzen finden schon Erwähnung in der Bibel, wie man in dieser Auswahl erkennen kann.




Da die Zwiebel als Jahrtausendpflanze recht gut für Kinder fassbar ist, habe ich bisher diese in den Mittelpunkt des Themas gestellt. Zunächst lernten wir verschiedene Zwiebelsorten kennen und das ist auch für Erwachsene recht interessant. So gehören auch Porree (Lauch), Perlzwiebelchen, Gemüsezwiebeln, Schalotten und viele mehr dazu. Schon allein die Größen-, Form- und Farbunterschiede sind toll. Dann ließ ich in einer Zwiebelkartei lesen und Fragen beantworten, Zwiebelhäutchen wurden mikroskopisch untersucht und skizziert (sehr spannend und anspruchsvoll für Grundschulkinder), ich ließ ein Gedicht "Lob der Zwiebel" als Streichholzschachtelleporello gestalten und eine Rezeptsammlung erstellen....aber bisher war ich auch immer die Deutsch- und Sachunterrichtslehrerin, welches jetzt nicht der Fall ist. Ich habe nur 4 Sachunterrichtsstunden zur Verfügung und kann, auf Grund der Stofffülle, gar nix schieben oder erweitern (wirklich schlimm). Da mir die Lapbookidee sehr gut gefällt, habe ich auch darüber nachgedacht, aber aus Zeitgründen verworfen.
Nun will ich die Eiche als zweite Jahrtausendpflanze hinzunehmen. Da ich ja selbst diese tollen Bäume in Ivenack erlebt habe, ist es mir einfach ein Bedürfnis, das mit den Kindern zu teilen. Außerdem kann ich etwas zur Artenkenntnis machen, denn die ist mehr als schwach ausgeprägt bei vielen Kindern. So habe ich jetzt vor, beide Jahrtausendpflanzen zunächst kennen lernen zu lassen, um dann in den nächsten zwei Stunden die Kenntnisse im Stationenlernen zu festigen.
In meinem Arbeitszimmer sieht es aus wie nach einem Bombeneinschlag...überall liegt oder steht was Schulisches herum.Aber irgendwie brauche ich dieses Chaos, um meine Gedanken ordnen zu können.

 
Da ich merke, dass es Kindern nicht immer leicht fällt, Inhalte von Sachtexten richtig zu erschließen und diese wiederzugeben, nutze ich dieses Eichenpuzzle als Einstieg und lasse in Partnerarbeit Infos auf die laminierten Eichenblätter schreiben. Diese Infos müssen dann kurz mündlich erklärt werden. Danach befestige ich die beschrifteten Blätter an einem Ast, so dass alle noch einmal nachlesen können.

Was mir jedoch immer wieder auffällt, ist der enorme Kraftaufwand, der betrieben werden muss von Grundschullehrern bei der Vor- und Nachbereitung von Unterrichtsstunden. Da wir meist mehr als drei Fächer in unterschiedlichen Klassen unterrichten, ist immer wirklich viel Arbeit nötig und auch ich komme hier oft an meine Grenzen, aber das ist schon wieder ein neues Thema....