9. Juni 2013

Tigerpost

Die Kobolde lesen super. Mein Herz ist erfüllt von Stolz und großer Freude. Ihr wisst gar nicht, wie oft ich anfangs gezweifelt habe. Wird alles ohne Lehrwerk funktionieren? Werden die Kinder in den Phasen der Freien Arbeit wirklich selbstständig lernen? Werden die Eltern "mitspielen"? Übernehme ich mich nicht mit einer ersten Klasse und Lehrerausbildung?
Jetzt, fünf Wochen vor Schuljahresende, kann ich sagen...alles ist gut - mein Plan hat funktioniert und ich werde sicher nicht wieder anders arbeiten in einer ersten Klasse. Heute weiß ich, dass die Kinder und man selbst viel freier und kreativer sind/ist , wenn man nicht an ein Lehrwerk und dessen Reihenfolge gebunden ist. Natürlich habe ich auch einen Stoffverteilungsplan, aber ich konnte ihn immer situationsgerecht ändern und an meine Kobolde und ihr Können anpassen. Das Individuelle Lernen nach System ist mir jedoch nicht so gelungen, wie es im Buch beschrieben wurde. Das Buch ist spitze und ich hege keinerlei Zweifel daran, dass dieses System funktioniert. Mein Problem war die Zeit. Man muss die Pläne immer wieder ändern, anpassen und damit auch die Lernmaterialien. Ich war damit zum Teil zeitmäßig überfordert und habe es nicht so durchgezogen, wie ich wollte. Trotzdem haben die Kinder gelernt, nach einem Plan zu arbeiten, sich die Zeit einzuteilen und vor allem sehr selbstständig zu sein. Die Kobolde sind unwahrscheinlich gut sozial zusammengewachsen und arbeiten gern miteinander. Kein Kind hat Probleme, einen neuen Lernpartner zu finden oder Platz in einer Lerngruppe zu finden. Jungen und Mädchen lernen mit Selbstverständlichkeit und Freude zusammen. Lernschwächeren Kindern wird geholfen...und das alles kommt von den Kindern selbst. Ihr merkt schon...ich komme ins Schwärmen. Leider ziehen in nächster Zeit dunklere Wolken durch das heile Koboldland, über die ich aber noch nicht schreiben will, weil vieles noch ungewiss ist.

Im Moment lesen wir also unser erstes Kinderbuch..."Post für den Tiger" von Janosch. Wie schon beschrieben, bekam ich die Idee durch Valessa, welche das Buch mit ihren Kindern auch lesen wird. Das Buch ist wunderbar geeignet, Kinder an das Schreiben eines eigenen Briefes heranzuführen. Außerdem sind die Figuren so liebenswert, dass man selbst noch einmal gern Kind sein möchte. Janosch trifft mit seiner Schreibweise in jedes Kinderherz, denn diese können sich in die Figuren wunderbar hineinversetzen. Viele Dinge bieten gute Erzählanlässe und ich staune, was meine Kobolde alles bewegt, wenn es z.B. um das Thema "Einsamkeit" geht.

Viele Ideen zur Umsetzung bietet das Buch selbst. So werde ich nächste Woche unsere Gänsefedern und Tintenfässchen hervorkramen und wir schreiben, wie der kleine Bär, mal mit Feder und Tinte...Das wird sicher toll. Außerdem war ich auf der Post, denn dort lief kürzlich eine Kampagne mit Janosch. Leider war die Postfrau geizig, denn ich hätte gern ein dort ausgestelltes Musterpaket mit den Figuren Janoschs bekommen, aber sie wollte es nicht rausrücken. Deshalb werde ich mich jetzt mal an die Post persönlich wenden und dort nach Werbematerialien fragen. Hier findet man noch einige brauchbare Sachen: Postmaterialien zu Janosch. Die Briefmarken habe ich mir schon vor längerer Zeit gekauft. Auch hier hier bin ich fündig geworden, denn man bekommt gute Ideen vermittelt, wie z.B. einen Briefumschlag falten und beschriften zu lassen. Als didaktisches Begleitmaterial bietet der BELTZ- Verlag etwas an. Man muss sich jedoch registrieren lassen. Ich fand das Material für meine Kobolde nicht sooo gut geeignet. Deshalb nutze ich von BVK dieses Material und kann es für eine erste Klasse weiterempfehlen.
Der Buchstabenweg ist nun abgeschlossen und wir werden die letzten Schulwochen mit verschiedenen Aktivitäten füllen. So steht noch die Einführung der Wortart "Verb" an, die Schreibschrift beschäftigt uns, das Kinderbuch will gelesen werden und dazwischen gibt es noch solche Events wie Sportfest, Sponsorenlauf, Wandertag mit einem Naturranger und für die Koboldlehrerin das Highlight...die Zeugnisse in Berichtform (ich schwitze schon jetzt bei dem Gedanken). Wie es dann weitergeht....ich weiß es noch nicht. 

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Arnie