8. Oktober 2013

Blätterautogramme in den Etagen einer Zuckerfabrik

Wart ihr schon einmal mit Naturpädagogen unterwegs? Wenn nicht, dann habt ihr was verpasst. Bei uns in Sachsen gibt es einige davon (manche nennen sich auch Naturranger) und ich habe das große Glück, dass eine Naturpädagogin (hier ihre Homepage) in unserem GTA der Schule(Ganztagesangebot) integriert ist. Sie bietet zu verschiedenen Themen des SU "Veranstaltungen" an und unterstützt damit den Unterricht ungemein. Noch dazu hat sie eine tolle Art mit Kindern umzugehen und das Wissen, immer verbunden mit Handlung, zu vermitteln. Leider fließen auch in unserem Bundesland die Gelder für GTA nicht mehr so wie zu Beginn und so hat Frau Polster derzeit einige Probleme, gebucht bzw. eingeplant zu werden. Ich finde das schlimm, denn genau diese Leute brauchen die Kinder und wir Pädagogen zur Unterstützung immer mehr. Nun denn, daran werde ich leider nichts ändern können und deshalb freue ich mich umso mehr, dass wir noch zusammen arbeiten können.
Die Vierer zogen gut gelaunt mit Suchschachteln (ALLE hatten eine mit...FREU!!), Lupen, Stoffbeuteln und Fotoapparaten in den Wald. Frau Polster empfing uns und so klärte sie zu Beginn alle auf, dass sie sich fühle wie in einer Zuckerfabrik. Kindern in dem Alter kann man schlecht die Photosynthese begreiflich machen, aber mit der Traubenzuckerproduktion der Pflanzen konnten diese schon viel anfangen. Danach führten wir viele Bestimmungsübungen durch und dabei schrieb sie auf die Laubblätter deren Namen....eine ganz simple Idee, auf welche man selbst gar nicht so kommt. Die Kinder meinten dann, dies wären "Blätterautogramme" und so schleppten sie ständig Blätter heran, die sie gemeinsam bestimmten. Das Interesse war also gut geweckt.
Die Suchschachteln kamen zum Einsatz und ich selbst staune immer wieder, mit welcher Hingabe Kinder suchen können und auch wie sie diskutieren, verwerfen, neu ordnen. Einfach schön. Die Naturpädagogin machte viele Naturerfahrungsspiele...u.a. bekam jedes Kind einen Kieselstein und musste diesen wie das Eichhörnchen als Wintervorrat verstecken und später wiederfinden. Aber auch die Etagen der "Zuckerfabrik" wurden erklärt und passend dazu wurden in Nadel- und Laubwald Suchaufträge erteilt. Es gab also viel Aktion und Staunenswertes und deshalb war ich sauer, dass uns ein Kind am Ende noch einen Zwischenfall lieferte, der mich sehr nachdenklich machte und bis jetzt wütend sein lässt.
Es ist also auch bei mir nicht nur heile Welt, auch wenn ich mir das sehr für alle Kinder und mich wünschen würde. Ich merkte sofort meinen Kopf und damit verbunden den Schwindel und bin jetzt am überlegen, wie ich am Freitag diese Sache noch einmal kläre,  mit absoluter Konsequenz. Eine schöne Exkursion...leider mit einem faden Beigeschmack....schade.

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Arnie