29. August 2013

Durchblick

Nun sind die ersten Schultage vergangen und manchmal frage ich mich, ob ich den Durchblick noch habe. Trotz neuer Brille, die ich jetzt fast ständig tragen werde, fehlt mir manchmal echt der Durchblick über die vielen neuen Informationen zu Prüfungen, Hausarbeiten, Reisekosten etc.. Aber ich glaube das ist ganz normal, denn zu Beginn eines Schuljahres gibt es nunmal ganz viele organisatorische Dinge. Ich habe am Seminar eine tolle Kollegin, die mir sehr hilft und die ich fast alles fragen kann, weil sie schon ein "alter Hase" in der Lehrerausbildung ist. Schon allein das gibt mir Sicherheit. Am Montag geht's nun richtig los. Meine bisherige Seminargruppe sehe ich zuerst und freue mich auf sie. Sachunterricht wird mit einem Workshop beginnen und ich bin gespannt. Nächste Woche begegne ich dann meinen neuen Lehramtsanwärtern. Auch auf sie freue ich mich, denn diesmal ist ein Mann dabei....welche Seltenheit in der Grundschule.
Die ersten Schulstunden waren schön, aber auch komisch. Die Kobolde wollten bei mir Zettel abgeben, Informationen von mir und alles war ein bisschen verwirrend für sie und mich. Ich glaube alle müssen sich daran gewöhnen, dass ich nicht mehr die Klassenlehrerin bin. Mir fällt der Gedanke immer noch schwer...
Wie immer hatte ich mir viel zu viel für die ersten Unterrichtsstunden vorgenommen. Alles wuselte noch durcheinander, fragte und auch hier fehlte mir an manchen Stellen der Durchblick, weil Bücher fehlten bzw. durcheinander geraten waren. Noch dazu fuhren die Kobolde das erste Mal zum Schwimmunterricht und dementsprechend war die Aufregung. Ganz entspannt lief dagegen der Unterricht bei den Vierern. Man merkt, dass sie unsere Großen sind und die Stunden machten Freude.
Damit in den nächsten Tagen alles geordnet abläuft, sitze ich jetzt über den Vorbereitungen für meine Schulstunden und für die Seminare. Im Moment denke ich über einen schönen Einstieg für meine neuen LAA´s nach, denn ich will sie nett begrüßen....na mal sehen, welche Idee mir (mit hoffentlich gutem Durchblick) kommt.
Für alle, die gern planen, um den Durchblick gut zu behalten, hier mal ein Link, den ich im Zaubereinmaleinsforum fand und gut finde. Vielleicht nützt er ja jemandem.

26. August 2013

So kurz vor Schulbeginn....

werde ich nun doch sehr unruhig. Die Pläne sind geschrieben. Ideen für die ersten Schulstunden sind im Kopf und viele Vorhaben für mich selbst habe ich geschmiedet.
Für mich geht es erst so richtig mit Unterricht am Dienstag wieder los, da Montag Seminartag ist und ich damit nicht an der Schule arbeite.
So sehe ich ab jetzt die Kobolde in den ersten zwei Stunden dienstags im Sachunterricht, danach habe ich die Vierer im Sachunterricht und noch zwei Musikstunden. Am Freitag ist der Stundenplan ähnlich, allerdings habe ich die Kobolde da nur in einer Stunde.
Die Klasse 2 bietet im SU in Sachsen sehr vielfältige und schöne Themen laut Lehrplan. Ja, bei uns sind die Themen festgeschrieben und können nur in Klassen 1/2 etwas geschoben werden, da diese ja zur Schuleingangsphase gehören und einen gemeinsamen SU- Lehrplan haben. Ich bin immer erstaunt, dass das nicht in allen Bundesländern so ist. Also wird zunächst das erste Thema "Zusammenleben in der Klasse sein". Da drei neue Kinder in die Koboldklasse kommen, werde ich noch einmal an den Regeln der offenen Lernformen arbeiten, aber besonders das Miteinander in der Klasse in den Mittelpunkt rücken.
Viele schöne Vorlagen, Ideen bieten hierfür das Zaubereinmaleins (mit Nachdenkkärtchen, Klassenregeln mit Minibook, Streiten und Versöhnen usw.) und die Kruschkiste. Hier mopse ich mir die Schutzengelidee, die ich ganz allerliebst finde. Ich denke immer durch Bestärkung oder auch Erzeugen von Betroffenheit erreicht man mehr in kritischen Situationen als wenn man nur zu Strafmaßnahmen greift. Aber ich weiß auch aus dem Schulalltag, dass dies nicht immer leicht ist. 
In der vierten Klasse werde ich mit der Wiederholung der Verkehrsregeln beginnen, denn hier steht bald die Fahrradübung an. Im zweiten Halbjahr muss dann die Abschlusskontrollfahrt absolviert werden und das fällt nicht immer allen Kindern leicht, zumal noch eine schriftliche Kontrolle vorher erfolgt. Leider besitzen wir an der Schule keinerlei Verkehrszeichen, da bisher die Verkehrswacht alles mitbrachte (dies fällt aus Kostengründen mittlerweile flach). Und so war ich auf der Suche nach gutem Material. Auch wenn ich sieben! Schränke mit Schulsachen gefüllt hier stehen habe, habe ich nichts an Verkehrszeichen. Deshalb wurde ich bei Matobe fündig und habe mir von Kerstin Breuer dieses Material  gekauft. Es bietet zum einen alle wichtigen Verkehrszeichen in geordneter Form und dazu passende Drehscheiben, Quizfragen usw.. Das Material ist auch in anderen Klassen gut zu verwenden. Viel Material zu einem Verkehrsparcour auf dem Schulhof findet man in dieser
Zeitschrift, welche ich seit diesem Schuljahr beziehe. Im Materialpaket ist ein Plakat enthalten, welches wichtige Verkehrszeichen für den Radfahrer in den Mittelpunkt rückt.
Gute Übungsideen findet man auch im Blog der Wahnsinnsklasse, welche man sicher gut im Sachunterricht umsetzen kann. 
Ihr merkt also...ich bin wieder mittendrin. 
Nun wünsche ich allen, die nun wieder mitten im Schulalltag stehen einen gelungenen Start, gute Nerven und Ruhephasen zum Kraftschöpfen.

21. August 2013

Vorbereitungswoche

In Sachsen läuft die letzte Ferienwoche und somit für die Lehrerschaft die Vorbereitungswoche. Es wird aufgeräumt, gewerkelt und vorbereitet. Am Montag betrat ich seit langer Zeit unser Schulhaus und war richtig froh, wieder Schulluft schnuppern zu können. Wir freuten uns alle uns wiederzusehen und natürlich verschwand jeder in sein Klassenzimmer, um vorzubereiten...hmmm und ich? Irgendwie war das schon ein komisches Gefühl, denn ich trage ja keine Verantwortung mehr als Klassenlehrerin, habe kein Klassenzimmer mehr und all die vielen Detailarbeiten entfallen damit für mich. Nach einem Schwatz mit der neuen Lehrerin der Kobolde half ich meiner Kollegin, welche eine erste Klasse bekommt und so kamen wir auch zu einer gemütlichen Urlaubsauswertung neben Hefte einschlagen, Regal einräumen u.a..
Heute hatten wir Pädagogischen Tag und waren in einer Mineralwasserfabrik, um uns den Produktionsablauf mal anzuschauen.
Blick in die Produktionshalle.
Man stelle sich noch den Krach in der Halle vor........

Ich denke immer wieder, dass wir Lehrer zu wenig Einblick in die Arbeitswelt haben und in die damit verbundenen Probleme. Deshalb war es mal ganz interessant, zu sehen, was an einer simplen Mineralwasserflasche alles an Aufwand hängt. Danach gabs Kostproben...ganz in scheinen ja heute Wellnessgetränke aller Art zu sein...meins ist es nicht.
Morgen ist große Dienstberatung. Da es in Sachsen eine neue Grundschulordnung geben wird, werden wir wohl ausführlichst informiert...hmmmm. Ich bin gar kein Freund langer Sitzungen, aber wer ist das schon? Alles in allem läuft für mich die Zeit noch recht entspannt ab, worüber ich froh bin und täglich für mich sage...haste richtig gemacht. Besonders freue ich mich jetzt auf nächste Woche, denn dann sehe ich die Kobolde wieder und am Montag meine Kolleginnen vom Seminar.

18. August 2013

Hakuna Matata

Puderzuckersand, fast menschenleerer Strand und türkisblaues Meer.....paradiesisch
Auch wenn noch nicht September ist, melde ich mich mal wieder zurück.
Viel ist in den letzten Wochen passiert, manches war sehr negativ, vieles hat sich positiv entwickelt und unser Urlaub war traumhaft schön, was mich vieles verdrängen ließ.
Ich will mich an dieser Stelle gar nicht so über meine unschönen Erinnerungen auslassen. Nur so viel: Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes mein Gleichgewicht verloren und brauchte viel Zeit, um wirklich wieder normal auf die Beine zu kommen. Das war heftig, denn ich bin eigentlich ein Stehaufmännchen, aber diesmal diktierte der Körper das Tempo und das war langsam. Aber alles ist im Leben zu etwas gut und so hatte ich genug Zeit zum Nachdenken (zu mehr war ich teilweise gar nicht in der Lage).
Der Stand der Dinge ist, dass ich im nächsten Schuljahr die Koboldklasse nicht weiterführen kann, da ich zu einem Großteil meiner Stunden in die Lehrerausbildung gehen werde. Diese Entscheidung habe ich sehr bewusst getroffen, auch wenn mir mein Lehrerherz wehtut, denn die Klasse ist wunderbar. Aber es gibt für diese Entscheidung Gründe, welche nichts mit den tollen Kindern und engagierten Eltern zu tun haben.
Ich freue mich nun auf weitere junge Leute, die unseren Beruf erlernen wollen, denn ich bekomme eine zweite Seminargruppe in der Fachdidaktik Sachunterricht. Die Kobolde werde ich drei Stunden in der Woche im Fach SU unterrichten, worauf ich mich freue, denn viele tolle Themen warten auf sie. Insgesamt bin ich zwei Tage an der Schule und damit keine Klassenlehrerin mehr. Der Gedanke daran ist schon komisch, da ich fast immer eine Klasse führte und mir jetzt fast wie ein Gast vorkomme. Aber wie schon erwähnt, es war eine wohlüberlegte Entscheidung. Das alles spielte sich am Ende des vergangenen Schuljahres ab und die Turbulenzen darum brauche ich sicher nicht zu beschreiben. Am schwersten fiel mir das Zeugnisschreiben. Zum einen, weil es nur kreiselte in meinem Kopf, zum anderen weil ich beim Schreiben irgendwie Abschied von jedem einzelnen Kind nahm.
Leider musste ich auch bittere Pillen schlucken und damit meine ich nicht meine Medizin. Eine davon war, dass man scheinbar nur etwas wert ist, wenn man leistungsfähig und gesund ist. Aber auch positive Resonanz bekam ich zu spüren..... eine große Wertschätzung meiner geleisteten Arbeit durch die Eltern der Kobolde.
So begannen die Sommerferien mit vielen Arztbesuchen, Therapien und der großen Angst, den tollen Traumurlaub evtl. nicht antreten zu können. Meine Familie, meine Freunde bestärkten mich immer, bauten mich auf und meine jungen Kolleginnen kümmerten sich rührend um mich...riefen an bzw. besuchten mich. Auch das war eine menschliche Erfahrung, wer bei dir bleibt, wenn es dir nicht gut geht. Am Ende ging alles gut und wir traten unsere Silberhochzeitsreise an, welche traumhaft schön war und für immer in meinen Gedanken bleiben wird. Schön war, dass unser Sohn und seine Freundin uns begleiteten und wir alle Eindrücke teilen konnten....ich war glücklich und das hat mich auch weiter gesund werden lassen. Trotzdem werde ich in Zukunft mehr auf mich aufpassen müssen, denn alle Ärzte waren sich einig, dass der Auslöser für die ganze Sache Stress war.
Ich bin nach diesem Urlaub sicher, dass wir uns viel von der Lebensart anderer Nationen abschauen und ruhiger, gelassener leben und arbeiten könnten. Als ich zum Beispiel mein Klassenzimmer ausräumte, wurde mir bewusst, wie viele Materialien ich im letzten Jahr gedruckt, laminiert, ausgeschnitten und hergestellt habe (man bedenke ja auch die damit investierte Zeit). Auch welche Mengen ich an Dingen für die Schule insgesamt habe (zwei große Autoladungen) und wie viel Geld ich schon in Schulsachen gesteckt habe. Natürlich braucht man Materialien, trotzdem sollte man alles relativieren.....Ich will jetzt nicht zur Faulheit aufrufen, dafür liebe ich meinen Beruf viel zu sehr, aber man sollte mit seinen Kräften sorgsam haushalten. Im Urlaub hörten wir oft den Ausspruch "Hakuna Matata".....ein bisschen was könnten wir Lehrer uns in bestimmten Momenten davon annehmen. So und nun noch ein schönes Lied, welches mich hoffentlich in den nächsten Wochen oft begleitet.

Ach ja... und passt gut auf euch auf, denn es gibt auch ein tolles Leben neben der Schule, vergesst es nicht.