5. Oktober 2014

Herbstgefühle

Grafik K. Eidenberger
Blog Krabbelwiese
Also wenn es Frühlingsgefühle gibt, dann gibt es definitiv auch Herbstgefühle. Das hat ja schon etwas mit den Farben zu tun und ganz sicher auch mit dem Wetter. Meine Gefühle schwanken im Moment zwischen großer Freude und (kleinem) Frust. Große Freude empfinde ich, wenn ich meine Lehramtsanwärter besuche. Sie sind unwahrscheinlich fleißig und ich erlebe wunderbaren Unterricht. Da wird ein ganzer Baum herangeschleppt, um handlungsorientiert die Teile zu bearbeiten...die halbe Küche wird ausgeräumt, um Getreideprodukte untersuchen zu lassen....das private Fahrrad wird "verkehrsuntüchtig" gemacht, damit die Kinder probieren können und die Fehler finden und und und....



So macht Sachunterricht Freude und es wird wirklich gelernt. Frust schiebe ich, wenn ich erfahre, wie zum Teil von gestandenen Lehrern im Sachunterricht bewertet wird. Sehr schwere, umfangreiche Arbeiten werden geschrieben oder gar in einer zweiten Klasse!!!! (die Bewertung hier ist NEU in Sachsen) werden Aufgaben mündlich genannt und die  Kinder müssen diese im Schnelltempo schriftlich beantworten. Dass so eine "Bewertungskultur" Frust hervorruft, ist doch logisch. Wir diskutieren derzeit viel darüber in unseren Seminaren und meine Hoffnung ist, dass davon viel an die Schulen weitergetragen wird. Denn letztlich darf doch Bewertung nicht den Sinn haben, den Kindern zu zeigen, was sie nicht können...
Hier mal ein Beispiel, wie das Thema "Heimatkreis" (Klasse 3) über ein Lapbook bearbeitet werden kann und später bewertet wird (Fotoerlaubnis dazu erhielt ich).....
Das Lapbook mit allen Elementen/ Inhalten wurde vom Autor selbst entwickelt.

Die Arbeit am Lapbook erfolgt zum großen Teil über eine Lerntheke.
Einiges wird aber auch gemeinsam erarbeitet.
Hier ein Blick in die Lapbookelemente.



Über einen Beobachtungsbogen mit verschiedenen Kriterien kann der Lehrer die Kinder bei ihrer Arbeit beobachten, Rückschlüsse ziehen für seinen Unterricht und später das Wissen trotzdem "abfragen"....
Begeistert war ich von der
riesigen Apfelausstellung im Schloss.

Man sieht auch wieder, wie viel Arbeit in der Vorbereitung steckt und welche Gedanken sich dieser Lehrer gemacht hat. Natürlich ist mir klar, dass man das nicht ständig in allen Stunden leisten kann. Zu einem guten Lehrer gehört auch ein gesunder Ausgleich zur Arbeit. DAS habe ich leider etwas spät erkannt, möchte das aber schon an meine jungen Leute auch vermitteln......
Deshalb hier noch ein paar Herbstimpressionen von einem Naturmarkt, den ich heute genüsslich mit meinem Mann besucht habe:
Wasserschloss Klaffenbach bei Chemnitz
Hier fand auf dem Schlossplatz und rund um das Schloss
 der Markt mit regionalen Anbietern statt.



Auch eine sehr liebevoll hergerichtete Pilzausstellung hat mich und meinen Mann begeistert...allein die Farben...einfach wunderbar.
Nun wünsche ich allen Lesern hier eine schöne Woche mit tollen Herbstgefühlen.

Kommentare:

  1. Liebe Sylvia,

    du sprichst mir aus dem Herzen. Das was du über die Herbstgefühle mit den tollen Farben und die Aufstellung und Zensierung von Arbeiten im Sachunterricht geschrieben hast, sehe ich auch so. Für meine Lehramtsanwärterin wünsche ich mir so eine Betreuerin vom Seminar wie dich....wenn nicht, dann wird das Zusammentreffen mit mir interessant für die Dame ;-).

    PS: Was kann man eigentlich außer Anonym anklicken, wenn man keinen eignene Blog hat oder den angebotenen Rest nicht kennt ;-)?

    LG

    Sabine

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  2. Liebe Arnie,
    deine Schreibweise erfrischt mich immer wieder. Viel über die Schule zu erfahren, ist klasse, leider bist du ja nun mehr in der Lehramtsanwärterausbildung involviert. Dies war für mich nicht ganz so interessant, als wenn man in fremde Klassen hineinhören kann. Viele Ideen entstehen, wenn ich über die Arbeit meiner Lehrerkollegen lese. Erhalte deine Blogs trotzdem. Sie helfen vielen Kollegen bei ihrer Arbeit. Kessy

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