15. März 2015

Anschub

Ich danke allen, die meinen letzten Post kommentiert haben. Beim Lesen bin ich nachdenklich geworden, denn auch ich merke immer mehr, dass gerade die engagierten Blogbetreiber z.T. etwas mutlos werden (vlt. ist das das falsche Wort, aber mir fällt im Moment kein anderes ein). 


Wenn ich zurückdenke, wie bei mir alles begann, fällt mir immer wieder das Zaubereinmaleins ein. Ich bin schon lange in dem dazugehörigen Forum aktiv und bekam immer viele Infos, Tipps etc.. Wir diskutierten gern und manchmal schlugen auch die Wogen höher, aber so ist das nun einmal, wenn Menschen für eine Sache oder ihren Beruf brennen....Später "trafen" wir uns regelmäßig im dazugehörigen Chat und auch hier entstanden z.T. gemeinsame Ideen. Langsam entschlossen sich die ersten von uns einen Blog zu führen....gefüllt mit Material, aber auch Diskussionen. Das alles habe ich immer mit viel Interesse verfolgt und war/bin bis heute von der damaligen Entwicklung begeistert. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir alle nur noch mit Schule und PC beschäftigt waren, aber wir gaben uns gegenseitig unheimlich viel Input (dieses Wort mag ich gar nicht, aber es passt). 
Leider gestaltet sich die Lage heute anders. Die Diskussionen im Forum sind überschaubar geworden. Massen von Grundschulblogs sind entstanden, welche unendlich viel Material liefern. Gabi hat recht, wenn sie schreibt, dass das viele Material nicht das Problem ist, denn jeder kann frei wählen. ABER....ich komme an Schulen herum und sehe manchmal mit Kulleraugen die BUNTE FLUT. Ganz ehrlich- wenn Abschreibregeln in A4 Format in einem großen Klassenzimmer weit weg vom Schüler an einer Pinnwand kleben, hat das für mich wenig Sinn. Massen von laminierten Kärtchen durchfluten wirklich zum Teil sinnlos manche Klassenzimmer. Dann brauchen wir uns echt nicht über den Witz mit der Grundschullehrerin und dem laminierten Einkaufszettel wundern. Macht das Lernen Kindern nur noch Spaß, wenn alle Materialien bunt sind? Ich bin da auch kritisch mit mir, denn auch ich liebe ästhetisches ,zum Lernen verlockendes Material....aber es muss sinnvoll einsetzbar und inhaltlich RICHTIG sein. Und da bin ich beim Punkt. Wenn ich zum Beispiel in einem Blog beim Thema "Tiere im Winter" lese, dass Rehe Pfoten haben, dann zieht es mir die Schuhe aus. 
Vor einiger Zeit schrieb ich, dass es gut wäre, das Material in seiner Verwendung im Unterricht zu sehen. Gott sei Dank gibt es Blogs, die das zeigen dürfen und auch tun, aber es sind sehr wenige. Toll wäre auch eine Diskussion über das Material oder eine Beschreibung...wie wurde es eingesetzt, welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht, würdet ihr es wieder verwenden? Nur mal ein Beispiel: Es gibt wunderbare Legekreise/ Fotokreise. Wie setzt ihr diese ein? Leider sehe ich auch hier die LEGEkreise eher an der Pinnwand....schade drum.
Ich lese im Moment Prechts Buch "Anna, die Schule und der liebe Gott". Man mag zu dem Autor stehen wie man will, aber ich finde, dass er in vielem recht hat (mehr dazu mal in einem Post, denn ich habe das Buch noch nicht fertig gelesen).
Ich wünsche mir einfach für uns Lehrer, dass wir uns kritischer mit Dingen, die das Lernen und die Schule betreffen, auseinandersetzen (das mahnt Precht z.B. sehr an). Vielleicht beginnen wir wieder vielfältige Diskussionen in Foren zu führen?! Vielleicht schaut jeder wirklich kritisch auf das Material, welches angeboten wird und nicht nur nach dem Motto...Hauptsache kostenlos. Und meinen Bloggerfreundinnen möchte ich Mut machen. Denkt an unsere Ideen von damals. Ich schreibe hier weiter und hoffe, viele bleiben meinem Blog treu.Vielleicht konnte ich mit dem heutigen Post etwas anschieben und in Bewegung bringen..... ich würde mich freuen.

Kommentare:

  1. Ja, das trifft den Nagel auf dem Kopf.
    Gelungenen Unterricht oder gutes Angebot an Unterlagen mit der Buntheit und Überladung des Materials gleichzusetzen oder für alles und jedes irgendein Plakat oder einen bunten Aushang anzubieten, ist wohl ein Unding, das jeglicher Pädagogik bzw. Professionalität entbehrt.
    Und was noch schlimmer ist: diese Selbstverliebtheit und eingebildete "Professionalität", die sich bei vielen AnbieterInnen breit macht, ist kaum noch zu ertragen.
    Gruß von einer Lehrerin und gleichzeitig Bildungswissenschaftlerin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich empfinde es aber auch als wenig konstruktiv "bunt" immer gleich mit "schlecht" zu verbinden.
      Das ist mir viel zu pauschal.

      Und ich hätte es schön gefunden, einen Namen zu lesen....
      Bildungswissenschaftlerinnen gibt es viele.....

      Ich diskutiere gerne mit jemanden, der nicht anonym unterwegs ist.
      :-)

      Löschen
    2. Dann wenn Sie aus Ihrer professionellen Sicht die pädagogische und didaktische Diskussion mit Ihrem Input bereichern würden. Ich würde mich freuen, hin und wieder einen wissenschaftlich fundierten Kommentar in den Blogs zu lesen ;)

      Löschen
    3. Ich ebenfalls!
      Herzliche Grüße von Arnie

      Löschen
  2. Liebe Sylvia,

    ich lese ja gerne bei Dir mit, gehöre aber zu den selten Kommentierenden. Heute möchte ich jedoch etwas zu Deinem Blogeintrag schreiben.
    Zum einen liegt mir etwas in Bezug auf die Blogschwemme auf dem Herzen.

    Ich habe im Zaubereinmaleins Forum ja seinerzeit eigens den Corel Workshop eingerichtet. Die Idee war, dass sich einige Kolleginnen/Kollegen finden, die neue Ideen kreieren....
    Und siehe da, es fanden sich einige und ich war begeistert.

    Nach und nach aber überschwemmten, anders kann ich es leider nicht sagen, unzählige Materialblogs das Netz. Allein die neuen Ideen blieben aus.

    Die bekannten Ideen wurden in ein - wenn überhaupt - neues Layout gesteckt und manches Mal fanden sich gar exakte Wortlaute und Layoutkopierungen wieder.

    DAS bereichert meiner Meinung nach nicht, sondern es macht den Markt unübersichtlich und man muss sehr genau schauen, wo ein Material durchdacht ist, wo eine blindwütige Kopie und wo sogar fehlerhaft.

    (Wobei: Fehler passieren - jedem und immer wieder einmal.)

    Schade, dass sich die Blogszene im Grundschulbereich so entwickelt hat. Nur wenige Blogs leben von wirklich eigenen Ideen und neuen Inhalten.

    Die Diskussion um Farbe, kitschig, alles gleich aussehend, zu überfrachtet ist meiner Ansicht nach ein Nebenschauplatz.

    Wer das Material sinnvoll einsetzt, hat einen überschaubaren Bereich im Klassenraum und nicht unübersichtlich viele Karteien nebeneinander.

    Das VIELE und BUNTE in den Blogs sollte doch in den Klassenräumen eher minimiert ankommen.
    So zumindest stelle ich es mir vor.

    Dass einige Ursprungsblogger sich mittlerweile zurückziehen hat, so entnehme ich Diskussionen an anderer Stelle, durchaus damit zu tun, dass vielfältig abgekupfert wird und häufig die Reflexionsfähigkeit fehlt.

    Ich könnte da von meinem Mailverkehr berichten, aber das gehört sicher nicht hierher.

    Schade, dass die richtig Guten sich rarer machen. Ich bedauere das sehr.

    Natürlich kann man nun auch lamentieren, wie an anderen Orten oft bedauert, dass es zu wenige Grundschulblogs gibt, die sich inhaltlich mit Themen auseianndersetzen, didaktische Aspekte diskutieren und eher in Richtung Schulentwicklung gehen.
    Da möchte ich aber einfach eine Lanze für alle jene brechen, die sich nicht auf diesen Weg machen.

    In den Schulen werden wir teilweise doch sehr arg beansprucht.
    Ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass man nicht unbedingt die Lust und Muße hat, sich am heimischen Schreibtisch dann noch in Blogeinträgen inhaltlich zu äußern.

    Das bedeutet meiner Meinung nach aber nicht, dass die Kolleginnen und Kollegen (von Ausnahmen, die wir alle kennen einmal abgesehen) sich nicht inhaltlich informieren, weiterbilden und über den Tellerrand schauen.

    Es zeigt vielleicht einfach nur, wie eingebunden wir in die Praxis sind.

    Dass Fabians Seite mit der Sammlung der Grundschulblogs so derart beliebt ist, ist ein Indiz dafür, wie die meisten Kolleginnen und Kollegen das Netz mittlerweile nutzen:

    Als Materialquelle.

    Ich würde unterscheiden zwischen kritischen Usern und Alleswahllosherunterladern.
    :-)

    Dass es im Forum eher ruhiger zugeht liegt an der Verschiebung der Aktivität in Richtung diverser Facebookgruppen.

    Das muss jeder für sich selbst entscheiden, meins ist es nicht.
    Facebook schon, ja, aber die Gruppen dort vereinfachen das wahllose Herumgereiche von Materialien.

    Im Grunde sind unsere Festplatten doch voll, oder?

    Ich erstelle nach wie vor gerne Material, einfach weil es mir große Freude macht und ich das eigene Material auf unsere Schule, meine Klasse, meinen Unterricht abstimmen kann.

    Das lasse ich mir auch von Ideenklauern nicht verleiden.

    Ich glaube aber auch, dass in nicht zu ferner Zukunft das Netz sich verändern wird, was Grundschulblogs angeht.
    Wir werden irgendwann übersättigt sein und dann womöglich doch danach gieren, mehr von Herrn Emrich und Co zu lesen.

    Und natürlich von Dir!
    Ganz liebe Grüße
    Susanne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Susanne, vor vielen Jahren, als neue Z1x1- Nutzerin, war ich auch so eine "erstmal-runterladen-später-malbrauchen-können"-Leserin. Das kam mir in einer für dich schlimmen Zeit dann allerdings wirklich zugute. Inzwischen ist meine Festplatte lange noch nicht voll, aber übersättigt bin ich schon einige Zeit. Ich hab genug Zeugs und schmeiße immer mehr von alten Sachen runter, weil ich schon den Überblick verloren habe. insofern kann ich dir komplett zustimmen.
      lg cubi

      Löschen
  3. Ich stimme dir ebenfalls zu und würde mir viel mehr Diskussionen, Anregungen, Nachfragen und auch sachliche Kritik wünschen - nur leider bleiben da die Posts meistens kommentarlos, aber das schrieb ich ja schon und jammern hilft ja auch nichts ;-)
    Ich probiers halt weiter und nehme deine Anregung gerne auf auch mehr über den Einsatz von kostenlosen Materialien zu berichten, gleich in der nächsten Woche kann ich zum Thema Magnete dazu etwas beitragen :-)

    Zum Kommentar von 15.31 Uhr kann ich jedoch nur dagen, dass ich es schade finde, dass er anonym ist. Ich finde gerade bei einer doch provokanten Aussage über Selbstverliebtheit und eingebildete Professionalität, der ich zum Teil bestimmt zustimmen kann, hätte ich einen Namen darunter erwartet.

    AntwortenLöschen
  4. Der Blog spricht mir aus dem Herzen. Vielen Dank!
    Ich selbst habe keinen Blog, weil mir die Zeit dazu fehlt, es regelmäßig zu pflegen, aber ich schaue gerne rein und nehme Ideen der anderen auf.
    Die Legekreise finde ich optisch schön, aber ich habe noch in keinem Forum oder Blog lesen können, wie man sie einsetzt, obwohl ich das schon öfter gegoogelt habe. So kann ich leider nicht damit anfangen.
    Am besten sind immer die Posts, bei denen es zum Material auch Umsetzungsvorschläge gibt, sei es durch den Blogger selbst oder durch Kommentatoren.
    Ich hoffe, dass viele deinem Blogaufruf folgen!
    Sara

    AntwortenLöschen
  5. Ich bin sehr dankbar, dass es euch Blogger gibt! Es ist unglaublich wie viele Ideen und Arbeit da drin steckt. Selber gehöre ich auch zu den typischen Sammlern unter den Lehrern, dass muss ich zugeben. Trotzdem sollte es doch eigentlich selbstverständlich sein, dass man in der Praxis eine Auswahl trifft und die bunte Schwemme an Material nicht über die Kinder schwappen lässt.
    Was die Legekreise betrifft, die nütze ich meist als Begleiter zum Erzählen. Da ich in den letzten Jahren vor allem jüngere Kinder unterrichten durfte war das für mich der beste Weg. Natürlich ist das selbst Auflegen und Erinnern der Inhalte auch ein wichtiger Teil der freien Arbeit.
    Nochmals vielen Dank für das großzügige Teilen deiner Kreativität!
    L. G. Andrea

    AntwortenLöschen
  6. Hm, ich bin da sehr zwiegespalten. Dieses Thema taucht auch zu blogs anderer Themen auf, z.B. DIY oder Nähblogs - für mich klingt es fast ein bisschen nach "Früher war alles besser... und warum weiß niemand meine Arbeit als blogger zu schätzen..."
    Ich denke, der Unterricht wird nicht besser oder schlechter durch die Verwendung bereitgestellter Materialien in blogs. Auch Verlage bieten oft didaktisch fragwürdige Sachen an, dazu noch teuer und vom Layout oft nicht sehr ansprechend.
    Würden im Internet nur Sachen gezeigt, die hundertprozentig didaktisch wertvoll (wer will das sagen) und ohne jeden Fehler sind, wäre das Angebot sehr klein.
    Natürlich ist es mies, wenn eine eigene Idee abgekupfert wird, aber so sind wir Menschen und nur so geht es immer weiter. Der eine hat eine Idee und der nächste ändert eine Kleinigkeit und verbreitet sie weiter. Viele Ideen kommen aus amerikanischen Lehrerblogs oder von TpT, und werden dann oft mehr schlecht als recht aufs deutsche System umgemodelt - aber auch sowas schaue ich mir immer gern an und bekomme vielleicht eigene Ideen. Und letztendlich geht es mir genau darum - Impulse zu bekommen um so immer wieder mich und meinen Unterricht zu hinterfragen.

    @ Sara: Wenn du nicht weiß was mit deiner Lerngruppe und einem Legekreis anstellen kann - sorry, aber diese Unselbständigkeit überfordert mich jetzt echt :(
    Und, Legekreise hängen bei mir nach der Arbeit und den Gesprächen daran immer noch an der Wand, da einfach nicht genug Platz ist ihn dauerhaft liegen zu lassen.
    Vielleicht klingt das jetzt alles zu negativ, war gar nicht so gemeint, ich lese gern bei dir :)
    LG TINA

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es geht aber nicht darum, dass jemand Material weiterentwickelt. DAS genau geschieht ja leider kaum.
      Im Gegenteil - ich habe manchmal eher das Gefühl es wird die siebte gleiche Kartei ins Netz gestellt, Hauptsache man kann den eigenen Namen darunter setzen.
      Gegen Weiterentwicklung wäre ja niemand..... Es ist leider die Ideenlosigkeit, die sich mancherorts wiederfindet.

      Löschen
  7. Auch ich bin keine Bloggerin, freue mich aber sehr über die Blogs, weil ich durch sie doch so manches wirklich schöne und sinnvolle Material entdeckt habe, vor allem aber auch viele Anregungen bekommen habe. Dafür danke ich allen, die sich die Mühe machen, Material zu durchdenken, zu gestalten (mein absoluter Schwachpunkt) und auch zu teilen sehr. Ich denke jeder Lehrer, jede Lehrerin sollte in der Lage sein, für sich das Material auf seine Sinnhaftigkeit zu überprüfen. Manchmal merkt man auch erst beim Einsatz, dass das ein oder andere nicht so funktioniert... Ich bin schon über 20 Jahre Lehrerin und unterrichte seit einiger Zeit "Familienklassen" (1-4), da auch der Sachunterricht-Bereich zum Teil recht offen gestaltet ist und die Kinder recht eigenständig Themenhefte zum Thema gestalten, freue ich mich sehr über die Materialbandbreite, muss ich doch Dinge für meine noch kaum lesenden Erstklässler und auch für meine Viertklässler zur Verfügung stellen, die zum Teil bald auf das Gymnasium wechseln werden. Und es sollen nicht nur Arbeitsblätter oderBücher sein... Dafür sind die Blogs einfach klasse. Das Individualisieren wird mir dadurch sehr erleichtert. Natürlich habe ich mittlerweile meine Lieblingsblogs und auch gelernt, dass ich nicht immer alles herunterladen muss, sondern auswählen kann, darf und sogar muss, aber diese Möglichkeit verwehrt mir ja niemand :-). Spätestens am Ende einer Einheit steht dann die Überlegung an, was war gut, was hat einen Lernzuwachs gebracht und zum Teil schweren Herzens trennen wir uns auch von bunten, laminierten Materialien ... (oje, gerade in Deutsch muss ich das noch machen, denn da gibt es eindeutig Dinge, die in 4 Jahren kaum genutzt wurden und wirklich in der Materialflut untergehen...) Wir haben gerade die Einheit "Zähne" beendet und besonders meine Jüngeren haben den Legekreis zum Thema von Jacmo (?) geliebt. Mit Eifer haben sie ihn ausgelegt und versucht Überschriften, Texte und Bilder einander zuzuordnen. Es entstanden zum Teil schöne Diskussionen dabei, Besserleser haben Anfängern geholfen - und am Ende waren sie immer ganz stolz, wenn alles stimmte. Kontrolliert haben zum Teil die Großen, aber bewundern musste immer auch ich. Gerne verwende ich die Legekreise auch zum Einstieg in ein neues Thema, indem jedes Kind einen Teil bekommt (leseschwache bekommen eben ein Bild oder nur die Überschrift), ein Kind darf die Mitte legen und nacheinander werden die Teile angelegt. Aus diesem Bodenbild entsteht dann unsere Mindmap an der Tafel, die natürlich noch mit eigenen Ideen ergänzt wird. Diese wiederum dient dann als eine Art "Inhaltsverzeichnis" auf den ersten Seiten im Themenheft.
    Beurteilen, inwieweit "abgekupfert" wird und als eigenes angepriesen wird, kann ich nicht. Finde dies aber wirklich schade. Wenn man ein Material seinen Bedürfnissen entsprechend abwandelt, ist das in Ordnung, dies zu Veröffentlichen geht meines Erachtens nur mit Rücksprache mit der ursprünglichen Ideengeberin. Das Kopieren von Blogs ist ein Ding der Unmöglichkeit und entsetzt mich wirklich. Ich möchte allen Bloggerinnen, die sich so viele Gedanken um ihr Material machen und es zur Verfügung stellen, nochmals herzlich danken und ihnen Mut machen, weiterzumachen. Ich finde es wirklich mutig, sein Material zur Verfügung zu stellen, denn mit der Veröffentlichung ist es auch angreifbar und man muss sich ggf. der Kritik stellen.
    Ich freue mich wirklich sehr über Euer Engagement!
    Katrin

    AntwortenLöschen
  8. Ja, in vielem stimme ich Dir zu. Ein ums andere Mal habe ich schon versucht, meine kritische Sicht auf das Material zu teilen, jedoch wird man für derlei Kommentare meist verbal gesteinigt. Da erkennt man doch immer schnell, dass der blogbetreibenden Person gar nicht am pädagogischen Diskurs gelegen ist, sondern das Einheimsen von Lob schon voll und ganz ausreicht.

    Ich denke, die Festplatten werden nie voll genug sein, Susanne. Ob in Foren, bei Portalen wie 4teachers, in Blogs ... oder als Print auf der didacta. Es wird mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest ist. Übersättigung wird daher wohl nicht kommen, aber vielleicht stellen wir doch irgendwann fest, dass man mit bunten Karteien allein keine erfolgreichen Lernprozesse erreicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aber wir können natürlich auch nicht hergehen und allen Blogusern unterstellen, sie hinterfragen das Material nicht kritisch. Ich erlebe es in Foren anders als in der Realität.

      Ich glaube (und hoffe), dass die meisten Kolleginnen und Kollegen kritisch mit dem bereitgestellten Materialien umgehen.

      Zu dem "Bunt" habe ich generell eine andere Einstellung. Ich sehe das nicht derart negativ und kritisch, aber das weißt Du ja.
      Bin ich schließlich eine der Buntblogerinnen.
      :-)

      Das, was ich real erlebe ist, dass ausgewählte Materialien (Internet, Verlage etc. bunt gemischt) dazu genutzt werden, motivierende und sinnvolle Unterrichtsreihen zu planen und durchzuführen.

      Zudem wird das Material gerne zur individuellen Förderung genutzt und ja, warum nicht mal eine bunte Kartei ganz allein für ein einziges Kind einsetzen?

      In Foren und vor allem in E-Mails erlebe ich das jedoch ganz anders.
      :-O
      DAS wäre ein abendfüllendes Thema.

      Und doch, ich glaube, wir werden irgendwann übersättigt sein.

      Irgendwer zumindest, niemals alle und jeder.

      Löschen
  9. Danke!
    Ein feiner Post!
    Liebe Grüße, Eva

    AntwortenLöschen
  10. Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Ich finde es wunderbar, dass es Grundschulblogs gibt, und freue mich immer über Material, welches zu meiner Klasse passt. Allerdings frage ich mich auch sehr häufig, wie das Material eingesetzt wird, und würde mir da genauere Berichte wünschen. Denn für mich als Berufsneuling sind Berichte aus dem Berufsalltag und Möglichkeiten über den Einsatz im Unterricht das Interessanteste. So habe ich mich sehr gefreut, als Frau Streng ganz detailliert über ihre Hausaufgaben-Kontrolle berichtet hat, als ich in einem Kommentar nachgefragt habe.
    Was mir letztens in einem Gespräch mit einer Freundin aufgefallen ist, ist, dass ich mir durch die vielen Grundschulblogs selber Druck mache: "Ahh, alle haben so tolles Material. Und bei mir müssen die Kinder die Aufgaben aus dem Buch machen oder ich schreib die Aufgaben "nur" an die Tafel (weil ich entweder keine Zeit habe vorhandenes Material zu drucken, laminieren und zu schneiden oder weil es noch keins gibt und ich keine Zeit habe, welches selber zu erstellen." Da muss ich noch etwas an mir üben, das viele Material wirklich nur als Anregung zu nutzen und mir keinen Stress zu machen.
    Alles in allem finde ich, wie schon gesagt, die vielen Grundschulblogs eine ganz tolle Sache!!! Und ich hoffe, dass spezielle Blogs, die anders sind, erhalten bleiben!
    LG Birte

    AntwortenLöschen
  11. Hallo,

    es wäre mit Sicherheit eine große Hilfe für viele Kinder, wenn weniger buntes "Zeugs" erstellt und laminiert würde und man stattdessen die gesparte Zeit dafür nutzt, um sich fachlich weiter zu entwickeln. Das größte Problem, das ich selbst erfahren habe und mir immer wieder bis heute an der Uni und in Fortbildungen von Kolleginnen und Kollegen berichtet wird, ist die fehlende / unbefriedigend vorhandene diagnostische Kompetenz unter Lehrern. Deswegen mein Vorschlag: Beim nächsten Laminierabend vielleicht doch lieber ein Fachbuch in die Hand nehmen und für den Anfang einfach darin stöbern. Ein paar Ideen hätte ich hier:

    http://skolnet.de/buchtipps-fuer-angehende-lehrer/

    Eine schöne Woche!

    Marek

    P.S.
    Und es ist genau so, wie Herr Emrich es beschrieben hat: Kritik an erstelltem und veröffentlichtem Material zu erhalten, ist für so manche Lehrer - leider - ein absolutes No-go! So viel zum Thema "Weiterentwicklung". ;-)

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Arnie, du kennst ja meine Meinung zu dem Thema schon länger, ich finde es sehr gut, dass du diesen Anstupser gibst. Ich staune oft, wie viel Zeit doch einige haben, um die xte Kartei oder Etikette herzustellen, die man letzten Monat doch erst auf einem anderen Blog gesehen hat.... Kritischer Austausch ist nicht wirklich gewünscht und ruft einen Sturm der Entrüstung ob der Undankbarkeit ... Hervor. Dadurch ist auch viel ehrlicher Austausch wirklich im Keime erstickt worden. Ich jedenfalls äußere mich auf vielen Blogs gar nicht kommentierend. Wenn ich wirklich mal ein gutes Material entdecke (gucken tue ich ja immernoch gern), schreib ich auch gern dazu und frage weiter. Aber ich meine auch wie Marek, mehr kritischer Blick aufs Material, mehr Beobachtung und Diagnostik und Fachwissen würde unseren Schulen und Schülern gut tun. Es setzt aber Selbstreflektion und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber voraus ...

    AntwortenLöschen
  13. Interessant, dass ich offensichtlich in ein Wespennest gezielt habe - hoffentlich nicht in eines der "Gemeinen Wespe", die ihren Stachel - der keinen Widerhaken aufweist - zur Abwehr eines Störenfriedes beliebig oft einsetzen kann.
    Eigentlich wollte ich ja nur einen KOMMENTAR abgeben - dies ist ja hier so ausgeschrieben. DISKUSSIONEN gibt es in den (geschützten) Foren lang und breit - oft mit dem Ergebnis, dass Menschen anderer Meinung geächtet und eliminiert werden - ganz nach Manier schwarzer Pädagogik. Was ja gestern zwei Kommentatoren bestätigten: ein No-Go oder eine Steinigung.
    Aber nochmals zu meinem Erstkommentar gestern: Material, das gemäß didaktischen Überlegungen auf eine altersgerechte Förderung abzielt ist nicht Ziel des Kommentars gewesen. Hier zur Erläuterung, was gemeint war:
    Zur "Behübschung" von Klassen werden immer öfter pädagogisch fragwürdige Requisiten hergestellt - als Beispiel möchte ich die "Affenklasse" herausgreifen. Würde ich meine Klasse dermaßen austatten wollen, würde ich auch auf ein Schild für die "AffendirektorIn" bestehen, weil diese ja genaugenommen auch ein Teil der Klasse als übergeordnete Instanz ist. Und hier stellt sich die Frage: Welche Direktorin, welcher Direktor würde dies gerne an seiner Türe hängen haben? Den Kindern wird es unkritisch zugemutet - und das von PädagogInnen. Hierzu folgender Auszug:
    Die konventionalisierte Bedeutung des Affen als Symbol ist überwiegend negativ. Der Affe gilt als: „Symbol der Mimikry, des Teufels bzw. des Bösen, des Sexualtriebes und der Verantwortungslosigkeit. – Relevant für die Symbolbildung sind a) die biologische Nähe zwischen A[ffe] und Mensch, b) die Fähigkeit des A[ffen] zur Nachahmung (des Menschen), c) das triebgesteuerte Verhalten des A[ffen]“ (Butzer/Jacob 2008, 8).
    All jene PädagogInnen, die hier einwenden mögen, dass Kinder Affen ja lieben, sei gesagt, dass hier sehr einseitig und sehr kurzsichtig argumentiert wird und dies jeglicher pädagogischen Qualifikation entbehrt. Vielleicht wäre es hierbei endlich an der Zeit von dieser "infantilen" Pädagogik weg zu kommen.

    Ich stimme Marek hier absolut überein, dass man die Zeit, anstatt solcher fragwürdigen Requisiten zu produzieren, zu vervielfältigen und dann auch noch in einer öffentlichen Einrichtung (jeder kann selbst nachlesen, wie eine öffentliche Einrichtung zu gebrauchen ist) anzubringen, sich genau zu diesem Thema z.B. fortbilden könnte.

    Und noch ein Wort zur Anonymität: Auch hier wäre ein Weitblick wünschenswert - "Lehrer" muss nicht nur eine Berufsbezeichnung sein - und da ich weiblich bin, habe ich mir erlaubt, als Lehrer"in" zu signieren...



    AntwortenLöschen
  14. Ich bin eine reine Blognutzerin und führe selbst keine Seite. Dass es mittlerweile so viele Blogs gibt, war doch eine absehbare Entwicklung und stört mich nicht. Es gibt ja auch mehr Schuhgeschäfte als Schuhe gekauft werden können :) Dass abgekupfert wird, hingegen ist schade und der Unmut der Erstersteller(innen) verständlich,
    Was mich allerdings davon abhält, Material oder Themen zu kommentieren ist die Erfahrung, dass unerwünschte Beiträge nicht veröffentlicht werden. Besonders auf einem Blog wird häufiger vorübergehend die Kommentarfunktion abgeschaltet, mit dem Hinweis, man wolle sich nicht damit auseinandersetzen. Meine Kommentare waren sachlich und enthielten lediglich den Hinweis zur kritischen Auseinandersetzung. Mehr nicht. Und da ich wohl nicht die einzige war, wurden die Kommentare gesperrt. Natürlich hat jeder Blogbetreiber das Recht, mit seiner Seite so zu verfahren. Für mich allerdings der Grund, mir das Kommentieren und kritische Hinterfragen zu sparen.
    LG
    Britta

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Beispiel mit dem Schuhgeschäft und dem Angebot an Schuhe finde ich sehr nett!
      Auch ich bin eine reine Blognutzerin und freue mich über ein buntes und gutes Angebot. Manche Dinge nutze ich, andere eben nicht. Das hängt mit Vorlieben zusammen, Lerngruppen und dem eigenen Unterrichtsstil.
      Dass Materialien anders eingesetzt werden - damit muss man glaube ich einfach leben, denn das Problem haben auch andere gute Unterrichtskonzepte und vermutlich auch Schulbuchverlage, die ggf. eine andere Vorstellung vom Einsatz ihrer Lehrwerke habe als wie es in der Praxis gehandhabt wird.
      Unterrichtsentwicklung lebt eben vom Erproben und Verwerfen/ Verwändern.
      Vielleicht sollta man auch nicht grundsätzlich unterstellen, dass andere Blogschreiber "abkupfern". Schließlich wird das Rad nicht immer wieder neu erfunden und viele Dinge sind auch schon "ältere Hüte" die wiederentdeckt und mit neuem Schliff versehen werden.
      Zuweilen erscheinen auch in Lernwerkstätten unterschiedlicher Verlage ähnliche Seiten und Angebote, vermutlich weil die Autoren keine Kenntniss von den anderen Materialien hatten.
      In anderen Bereichen würden man vielleicht sagen "Konkurrenz belebt das Geschäft".
      Dies sollen aber nur Denkanstöße sein!
      Zukünftig beschränke ich mich wieder darauf, mich bei Kommentaren bei den Bloggern/Innen für das Materiali zu bedanken!
      LG Mausrs

      Löschen
  15. Für mich gibt es gleich mehrere Gründe nicht zu Kommentieren.
    Einerseits ist es so, dass ich ein Berufneuling bin und in einer Runde von "alten Hasen" mich lieber zurück halte und lese was andere dazu denken.

    Dazu kommt, dass ich oft nicht am Tag des Erstellungsdatums den Eintrag lese sondern später. Das meiste was ich mir zu dem Thema denke wurde schon von verschiedenen (teils mehreren) Personen geschrieben. Ich finde es dann unsinnig einen Kommentar zu erstellen wo mehr oder weniger das wiederholt wird, was schon steht.

    Ausserdem kommt die oben beschriebene unerwünschte Meinung hinzu. Oft konnte ich mitlesen, wie jemand ehrlich seine sachliche Meinung geschrieben hat und dann dafür ziemlich fertig gemacht wurde.

    Zu den Legekreisen: Ich habe erst einmal einen gemacht. dabei habe ich jedem Kind ein oder zwei Stücke verteilt. Die Kinder (8Stück) haben dann selbständig versucht miteinander die Stücke richtig hinzulegen. Das war der Einstieg zum Thema Weihnachtsbräuche. Einige aus dem Kreis habe ich dann kurz angesprochen, andere habe ich länger angeschaut. Mit dem Legekreis haben die SuS erst mal ein Bild und ein kurzer Beschreib zu den verschiedenen Bräuchen gelsen.
    Ein Legekreis beispielsweise vom Lebenszyklus eines Tieres aufzuhängen finde ich persönlich nicht grundfalsch. Wenn es vorher behandelt, besprochen und gelegt wurde. Den schönen Kreis dann als Dekoration zum Thema im Zimmer zu behalten und aufzuhängen finde ich eine gute Idee.

    Liebe Grüsse

    Steffi

    AntwortenLöschen
  16. Ich schaue mir immer wieder gerne ganz viel an Materialien an, stelle allerdings kaum noch etwas her. Ich arbeite nach der Devise "Weniger ist mehr". Mit der Zeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich (und vor allem meine Schüler - Klasse 1/2) viel besser damit klar komme, wenn die Schüler selbst malen, schreiben, rechnen, mitbringen.
    Beispiele hierfür sind: Frühblüher bringen die Kinder mit - wer den schweren Duft der Hyazinthe gerochen hat, vergisst diesen Namen nicht so schnell. Es reicht auch völlig, wenn sie sich die "gängigen" Frühblüher einprägen - sie müssen nicht auch noch die Traubenhyazinthe, den Märzenbecher und ... kennen - das ist etwas für Experten.
    Legekreise sind mir für meine Kleinen zu umfangreich - wenn jeder sich um eine Sache kümmert, die zum Frühling passt, habe ich genug. Je nach Unterrichtsschwerpunkt kann ich erzählen, sortieren, aufschreiben ...
    HA letzte Woche war z. B. "Beobachte eine Amsel! Schaue wie sie sich bewegt, was sie tut etc." Damit habe ich meist genug Stoff, den ich aufarbeiten kann. "Erfinde ein Experiment, in dem du zeigst, dass ein Magnet Kraft hat." Das sind auch Aufgabenstellungen, bei denen ein Fieber in meiner Gruppe entsteht. Ich brauche die Sache selbst und ganz viele "Alltagsmaterialien" incl. Papier, Karteikarten etc.
    Bei älteren Schülern ist das sicherlich anders. Aber bei den Jüngeren plädiere ich vehement dafür in unserer immer abstrakter und virtueller werdenden Welt die ganz konkreten Dinge auszukosten. Ich habe es auch in meinem ganzen Lehrerleben noch nie geschafft einen Rahmenplan komplett zu erfüllen - mein früherer Professor Richard Meier (Uni Frankfurt) hat uns vermittelt - Zwei Sachunterrichtsthemen pro Halbjahr reichen völlig aus. "Mut zur Lücke!" Die Schüler lernen von ganz alleine, wenn ihnen Wege aufzeigen und sie gehen lassen.
    Brigitte

    AntwortenLöschen

Ich freue ich mich über ehrliche, kritische Kommentare und hoffe auf eine vielseitige "Kommentarkultur" in diesem Blog. Beleidigende, herabwürdigende oder unterstellende Kommentare veröffentliche ich NICHT.
Auf alle veröffentlichten Kommentare kann ich aus Zeitgründen nicht immer reagieren. Ich bemühe mich aber, Fragen schnellstmöglichst zu beantworten.
Arnie