17. Dezember 2015

Weihnachtsdrahsch

Ein Mundartbuch, welches ich sehr liebe...
Hmmm...das Wort werden die meisten von euch nicht kennen, denn es ist vogtländisch/ erzgebirgisch. Es bedeutet nichts anderes als "aufgeregt sein" oder nicht "erwarten können"...naja...ich übersetze es etwas anders.


"Su e Gerammel dohierde in dan Loden. Mer denkt, de Leit wööln ne Lodentisch samt dr Lodenfraa übern Haufen rammeln...." (H. Gläß) 
Einige unserer Plätzchen....
Das ist vogtländische Mundart und drückt derzeit alles aus, was ich in der viel gepriesenen Vorweihnachtszeit erlebe. Ich frage mich jedes Jahr, warum ausgerechnet in dieser eigentlich wirklich schönen Zeit solche Anspannung zu spüren ist. Gefühlt Jeder hechelt von einem Termin zum nächsten. Deshalb genoss ich es auch Anfang Dezember mal für einige Zeit in meiner Heimat, dem Vogtland zu sein, weil ich dort einige LAA´s in ihren Schulen besuchte. Da meine Mutti dort lebt, konnte ich wieder Kind sein und mich verwöhnen lassen. Wir buken zusammen Plätzchen und ich genoss das sehr, weil ich bis dahin auch nur "unter Strom stand". Viele Erinnerungen kamen auf, denn als Kind war es Tradition mit Mutti und Oma in der Vorweihnachtszeit zu backen. Wir besuchten auch den Weihnachtsmarkt in meiner Heimatstadt, verschwanden aber relativ schnell wieder, weil einfach keine richtige Stimmung aufkommen wollte. Ich mag die Weihnachtsliederjaulerei einiger Schlagersternchen gar nicht und vom Wetter brauchen wir nicht zu reden. Unterwegs kehrten wir in das Vereinsheim des Heimatvereins des Dorfes meiner Mutti ein. Liebevoll geschmückt und dekoriert war die Heimatstube und auch hier kamen sehr viele Kindheitserinnerungen hoch. Allein die Kaufmannsläden, Puppenstuben, Eisenbahnen aus alter Zeit waren eine Pracht. Hier seht ihr mal vogtländische Zuckermänneln.....eine alte Tradition im Vogtland. Diese werden als Baumschmuck verwendet, man kann sie aber auch essen. 
Als ich Kind war, trällerten wir das Zuckermännellied im Schulchor rauf und runter. So ungefähr sahen früher meine Puppenstube und mein Kaufmannsladen aus:

Wir sangen alte Weihnachtslieder, tranken Glühwein und ich genoss diese Besinnlichkeit sehr. DAS ist für mich Weihnachten. Aber die Hektik des Alltages holte mich wieder schnell ein. Mein Mann wurde ziemlich krank und diese Sorgen relativieren dann vieles. Vor Weihnachten waren noch wichtige Termine unterschiedlicher Art zu erledigen und so sitze ich jetzt erschöpft hier und bin froh, dass die Weihnachtsferien näher rücken. Vorgenommen habe ich mir in den Ferien nichts arbeitsmäßiges zu tun. Hierfür habe ich vorgearbeitet und will deshalb nur meine Ruhe haben und meine Familie genießen. 
Damit der Post nicht zu wehmütig wird, hier noch was neckisches vom Karzl....für alle, die evtl. auch in einen Weihnachtsurlaub fahren. Vor Weihnachten melde ich mich dann noch einmal...sicher etwas froh gesinnter....

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Arnie