3. April 2016

Feriennachlese

Nun, so ganz richtig fit fühle ich mich nach guten drei Wochen Erkältungszeit immer noch nicht. Sonst bin ich nach einer Woche wieder fit, aber diesmal war es echt heftig. Gott sei Dank hatten wir jetzt Osterferien und so kam der Körper gut zur Ruhe. Aber ich bin ein ziemlich ungeduldiger Mensch und das herumlungern liegt mir gar nicht.
Umso mehr freute ich mich auf die Feiertage. Aber pünktlich zum Gründonnerstag kam der Mann nach Hause gehumpelt. Fuß verkorkst beim Volleyballspiel. Auch den Sohnemann raffte es mit einer Erkältung dahin, so dass eben wirklich viel ausruhen angesagt war. Das Gute daran war, dass ich endlich wieder zum Lesen kam. Ich habe am Stück zwei Bücher regelrecht verschlungen, welche widersprüchlicher nicht sein konnten. Das eine empfehle ich eher nicht. Anfangs las ich voller Begeisterung darin, aber eigentlich ist der Inhalt ziemlich flach. Ich meine das Buch von Ildiko von Kürthy " Wie ich mich selber suchte und jemand ganz anderen fand ". Ich schrieb ja, dass ich das Buch lesen wolle und bestellte es mir deshalb. Nun ist die Autorin ähnlich alt wie ich und im Buch werden Selbsterfahrungstrips geschildert, welche sie innerhalb eines Jahres unternimmt, um zu sehen, was in dem Alter alles noch geht oder auch nicht (zumindest habe ich das so herausgelesen). Anfangs ist das, wie schon oben geschrieben, sehr kurzweilig und mitunter erkannte ich mich wieder. Aber vieles ist mir zu oberflächlich....Ich will mich gar nicht zu den blond gefärbten Haaren und Spritzen äußern. Es war mir einfach immer wieder zu weit hergeholt und absolut für sehr reiche Frauen geschrieben. Mich bewegen meine Falten, Fettpolster und grauen Haare auch, aber im Buch werden Summen genannt für Eingriffe jeglicher Art, Kleidung und Abnehmrituale geschildert, die kann und sollte sich die normale 50jährige Frau nicht leisten.... muss sie ja auch nicht! Ich wollte mich beim Lesen amüsieren, aber leider konnte ich das nur am Anfang des Buches ...
Das andere Buch war schockierend und gleichzeitig erhellend, aber ganz anderer Art. Ich habe ein paar Tage gebraucht, um die geschilderten Sachen zu verdauen. Meine Mutter lag mir damit regelrecht in den Ohren, unbedingt das Buch zu lesen, weil es genau meine Heimatregion und darin lebende Menschen betrifft. Die Autorin begleitete 8 Familien im Vogtland seit der Geburt ihres Kindes Weihnachten 2007...und das bis zu ihrer Schuleinführung. Die Kinder waren willkürlich gewählt, also aus ganz unterschiedlichen Familien. Ich will hier nicht vorgreifen, weil evtl. einige von euch das Buch lesen werden, aber ich habe oft den Kopf geschüttelt, weil mir wieder einmal klar wurde, warum manche Kinder so sind wie sie sind...Das Buch widerspiegelt unsere derzeitige Gesellschaft und dagegen sind die "Probleme" Frau Kürthys absolut kalter Kaffee. Hier nun das Buch, welches ich empfehle (vor allem auch Leuten aus meiner Region, denn die Autorin lobt die Landschaft des Vogtlandes in den höchsten Tönen...ich hatte vieles vor meinem geistigen Auge, auch wenn ich schon lange nicht mehr dort lebe).
Nachdem es mir etwas besser ging, fuhren wir für zwei Tage nach Quedlinburg. Freunde von uns schwärmten von der wunderschönen Stadt, denn sie waren 2015 auf dem Weihnachtsmarkt dort. (sehr empfehlenswert) Ein bisschen Pech hatten wir mit dem Wetter, denn der März zeigte sich von seiner kühleren Seite, aber die Stadt ist einfach wunderschön. Bei einer Stadtführung, welche ich unbedingt empfehle, lernten wir noch einiges über den Fachwerkbau und über das Mittelalter. Am nächsten Tag zog es uns nach Wernigerode. Auch dort sollte man unbedingt einmal hin. Seht selbst, ich habe kleine Impressionen für euch:
Tja und gestern war ich bei einem Nähkurs. Diesen hatte mir die liebe Fastschwiegertochter geschenkt und so saß ich vier Stunden mit ihr an einer Nähmaschine. Das wollte ich ja schon immer einmal probieren und evtl. zu meinem Hobby machen. Also Respekt für alle von euch, die so tolle Eulen, Taschen und andere diverse Dinge nähen...noch mehr Respekt habe ich jetzt vor Schneiderinnen, die Kleidung nähen. Es gehört eine Menge Geduld, aber auch Talent dazu. Ich glaube aber nach gestern, dass meine Talente eher nicht in der Näherei liegen. Es hat mir sehr große Freude gemacht, aber wie schon gesagt, ich bin nicht die geduldigste Frau. Auch hier habe ich Schnappschüsse. Übrigens haben wir Loops genäht. Gott sei Dank sieht man die schiefen Nähte nicht auf dem Foto, aber Mut zur Lücke sage ich da!
Jetzt freue ich mich wieder auf meine Lehramtsanwärter, auf die Fachseminare und Hospitationen...Euch wünsche ich einen guten Start in die kommende Schulwoche und Genuss an dem tollen Frühlingswetter.

Kommentare:

  1. Liebe Arnie,
    der Nähkurs hört sich echt spannend an, ich habe mir vor Jahren mit Hilfe meiner Oma zwei "Schlabberhosen" genäht. Alleine hätte ich mich auch nicht richtig drangetraut. Allerdings bestand dann das nächste Projekt gleich aus einer großen Babykrabbeldecke. Und es hat geklappt, vom Patenkind wird sie fleißig im Sommer benutzt und geliebt :-) Also, nicht verzagen, weiter wagen :-)
    In diesem sinne: viel Vergnügen weiterhin und das Talent kommt noch.
    LG Anja

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    1. Och danke für deine aufmunternden Worte, liebe Anja. Die Schwiegertochter wird sich evtl. eine Nähmaschine zulegen und dann schauen wir mal....
      LG von Arnie

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  2. Hallo Sylvia,
    wir waren auch in den Osterferien im Harz. Wir waren auch in Quedlinburg. Und wir waren auch bei der Stadtführung mit der netten alten Dame. Du warst auch da, und ich habe mich nicht getraut zu fragen, ob Du Sylvia bist - ich kenne Dich ja nur von den Fotos auf dieser Internetseite. So verrückt...
    Jetzt lese ich, dass Du es tatsächlich warst und ich ärgere mich ein wenig :-)
    Ich war der "Große" mit Frau und kleiner Tochter.
    Quedlinburg und der Harz sind wirklich wunderschön...
    Liebe Grüße von Niederrhein
    Jörg

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    1. Lieber Jörg, da ich zwei Tage unterwegs war und keine gute Internetverbindung hatte, erst jetzt meine Reaktion auf deinen Kommentar.
      Also das ist ja wohl ein Ding, dass du mich sogar (trotz meiner doofen Mütze) in Quedlinburg erkannt hast! Schade, dass du mich nicht angesprochen hast....ich kann mich gut an deine Familie erinnern, weil ich deine Tochter bewunderte, wie geduldig sie war..... Also an Zufälle glaube ich eigentlich nicht, aber dass wir zeitgleich in Quedlinburg zu einer Stadtführung waren und uns ja eigentlich nur aus dem Netz "kennen", ist schon interessant.....dieser "Zufall" wird sich jetzt sicher nicht noch einmal wiederholen. Ich staune immer noch und bin ein bisschen baff. Schon lustig, wie das Leben manchmal spielt.
      Herzliche Grüße nun aus Sachsen an den Niederrhein von Sylvia

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    2. Liebe Sylvia,
      ich weiß ja jetzt genau, wie Du aussiehst. Beim nächsten Treffen spreche ich Dich auf jeden Fall an. Ich mache viel im Bereich Sachunterricht, vielleicht laufen wir uns irgendwann wieder über den Weg.
      Liebe Grüße
      Jörg

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