2. August 2016

Lapbookbewertung 2

Lapbook zu einem selbst gewählten Thema
Klasse 4
Schon vor einiger Zeit fragte mich Cubanita, eine Leserin meiner Blogs, wie ich aus heutiger Sicht  das Thema "Lapbookbewertung" sehe. Was halte ich für gut, was würde ich verändern und warum?

Grundsätzlich halte ich das "Gerüst", welches ich mir damals entworfen habe, für gut. Genutzt habe ich dazu dieses Buch. Lapbookbewertung nutze ich gern für die Bewertung einer Komplexen Leistung. Dies wird in Sachsen verlangt. Dabei hat der Schüler die Aufgabe zu zeigen, dass er etwas zu einem Thema mündlich, schriftlich und praktisch erarbeiten/präsentieren/darstellen..... kann. Die Komplexe Leistung kann wie eine Klassenarbeit gewertet werden. Im jüngeren Schulalter, also z.B. in Klasse 2, kann ein Anteil auch weggelassen werden. Kritiker werden jetzt hinterfragen, ob Lapbooks überhaupt bewertet werden sollten bzw. ob man das dann in so ein Schema pressen sollte. Darauf gebe ich jetzt im Moment keine Antwort, weil ich ja so bewerte und gute Erfahrungen gemacht habe.
Ich finde, dass unbedingt die sachliche Bezugsebene gewahrt werden muss und wenn das Lapbook im SU angefertigt wurde und ein SU Thema darstellt, hat hier die inhaltliche Bewertung Priorität. Diesbezüglich sind meine Bewertungsschwerpunkte aus heutiger Sicht kritisch zu betrachten, vor allem die Punkteverteilung. 
Großer Gegner bin ich hier von der Bewertung der Rechtschreibung. Leider mache ich immer wieder die Erfahrung, dass der Sachunterricht genutzt wird, um Rechtschreibleistungen zu bewerten ....frei nach dem Motto, das ist bekanntes, geübtes Wortmaterial oder der Schüler muss in der Lage sein, etwas richtig abzuschreiben. Stimmt alles und ich bin die absolute Befürworterin von Rechtschreibtraining, aber Kinder mit Punktabzug zu bestrafen, finde ich total falsch (man denke nur an Kinder mit LRS bzw. Migrationshintergrund und auch Kinder, denen es einfach schwer fällt). Ich denke, Mathelehrer ziehen auch keine Punkte ab, nur weil im Antwortsatz einer Sachaufgabe Fehler enthalten sind (ich hoffe es zumindest). Aber das ist mittlerweile eine ermüdende Situation, die mich sehr ärgert, bin ich doch ein Befürworter der ermutigenden Bewertung und nicht der Darstellung was ein Kind alles falsch macht....ich schweife jedoch ab. 
Ich habe zum Igellapbook aus dem Zaubereinmaleins ebenfalls ein Bewertungsraster (geeignet für Klasse 2) entworfen, welches ich im Eulenblickblog zeigte.  
Klick!
Zugegebenermaßen ist es dem anderen Kriterienraster sehr ähnlich. Ihr seht aber, dass ich die mündliche Ebene weggelassen habe. Die mündliche Lapbookpräsentation ist auch manchmal ein Zeitproblem......bei 28 Schülern umso mehr. Trotzdem ist Lapbookarbeit eine sehr bereichernde Unterrichtsmethode für Kinder und Lehrer. Ich möchte sie nicht missen und werde mich auch in Zukunft von scheinbar nicht vorhandener Zeit hetzen lassen. Dankbar wäre ich über eure Erfahrungen zur Lapbookbewertung. Ich habe mir vorgenommen, beide Raster etwas zu überarbeiten und lade sie dann hoch.


Folgt nun eine faire Diskussion?

Kommentare:

  1. Liebe Arnie,
    vielen Dank für diesen inspirierenden Beitrag und Einblick in deine Lapbookbewertung!
    Birgit

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  2. Denkenfetzt02.08.16, 18:55

    Ich habe letztes Schuljahr in meiner 3. Klasse ein Lapbook zur Wiese machen lassen. Die Kinder - die ich sehr unselbständig und methodenarm übernommen habe - kamen super klar und waren hochmotiviert bei der Sache. Bei der Bewertung habe ich mich an deinem Raster orientiert - danke nochmal dafür ;) .

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  3. Ich danke euch zwein für eure nette Rückmeldung. Herzliche Grüße von Arnie

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  4. Liebe Arnie,

    vielen Dank für deine Blogs! Ich lese hier sehr gerne und lass mich inspirieren bzw. hole mir Denkanstöße!

    Ich habe mich bei meiner Lapbook Bewertung damals auch an deinem Raster orientiert! :)

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  5. Liebe Sylvia,
    ich finde den Entstehungsprozess,die Beschaffung von Informationen, Verarbeitung der Informationen, den Umgang mit Problemen bei der Umsetzung, Eigenständigkeit, Zusammenarbeit mit anderen Kindern, Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen genauso wichtig wie die fertigen Ergebnisse.

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    1. Danke für deinen Denkanstoß, liebe Marion. Ich sehe das genauso wie du und befürworte das absolut. Es wird jedoch immer auf unsere Kopfnoten verwiesen wie Mitarbeit, Fleiß, Betragen, Ordnung, in welchen sich diese Beobachtungen widerspiegeln sollen. Da gehe ich z.B. nicht soooo mit. Letztlich bewerte ich mit meinem Raster wirklich nicht den Prozess, sondern das Ergebnis....und das halte ich selbst auch für kritisch.Schön, dass man sich hier dazu aber austauschen kann.
      Danke sagt Sylvia

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    2. Ich finde die Bewertung des Prozesses auch wichtig, halte es aber tatsächlich im Bereich einer Lapbookarbeit für schwierig, für jedes Kind eine faire Prozessbeurteilung zu erstellen. Außer natürlich, man filmt die ganze Zeit mit. ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, wie man hier außer stichprobenartig zu einer "Bepunktung" der von Marion genannten Aspekte für alle kommen will.
      Ideen?
      Lg cubi

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  6. Prozessbewertung könnte anhand einer (zu einem/mehreren festen Zeitpunkten?) individuellen kriterienbezogenen Selbsteinschätzung erfolgen.

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  7. Danke für den Tipp mit dem Buch! Leider ist es in Deutschland nicht mehr lieferbar!

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  8. Hm, Selbsteinschätzung ist ja eine wichtige Sache aber im Bereich einer Lapbookbewertung? Darum ging es ja hier. Die Selbsteinschätzung kann doch dann nur ergänzend erfolgen, aber für eine Leistungsbewertung - wie Sylvia schrieb - sogar verpflichtend als KA-Ersatz - ist das doch nicht passend. Oder?

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  9. Warum nicht? Wenn der Weg mit benotet werden sollte, bietet sich eine Selbsteinschätzung allein schon mal aus Zeitgründen für die Lehrerin an. Die Gesamtnote würde dann die Selbsteinschätzung auf welche Weise auch immer berücksichtigen.

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  10. Interessant, auch ich sitze momentan an einem Bewertungsraster für ein Lapbook zum Thema Lebensraum Wald auf der Grundlage des gleichen Buches. Ich habe ähnliche Punkte und ein paar Ideen von dir übernommen, vielen lieben Dank dafür. Allerdings sollen die Kinder bei mir am Ende ihrer Arbeit ein Element ihres Lapbooks mündlich präsentieren. Deshalb gliedere ich die Bewertung in "Lapbook" und "Vortrag", wobei der Schwerpunkt beim Lapbook selbstverständlich inhaltlich ist.

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  11. Willst du nicht das Lapbook-Buch schreiben, für das der AOL-Verlag derzeit händeringend nach Autoren sucht? ;)

    Ich plane derzeit auch ein Lapbook und tue mich mit vielen, was man so an fertigen Vorlagen findet, recht schwer, da hier teilweise schon sehr viel vorgegeben ist. Dies ist teilweise natürlich der gewählten Schulstufe geschuldet. Zu deinem konkreten Beispiel mit dem Igellapbook: Der Punkt "sinnvolle Gliederung" ist ja eigentlich schon durch die Vorlagen abgedeckt, oder?

    Den Arbeitsprozess würde ich auf jeden Fall dann einbinden, wenn die Schüler hier mehr oder weniger frei arbeiten durften. Es gibt ja auch Lapbooks, die als Zusammenfassung einzelner U-Stunden entstehen (wie z.B. das Getreidelapbook). Dann würde ich jedoch der reinen Selbsteinschätzung auch die Einschätzung des Lehrers als Korrektiv gegenüberstellen.

    Wenn ich (in einer höheren Klassenstufe) das Lapbook sehr offen gestalte, könnte man in die Bewertung auch einbeziehen, ob die Vorlagen/die Darstellungsform stimmig zum Inhalt gewählt wurde. (eine zeitliche Abfolge lässt sich an einem ausklappbaren Zeitstrahl sinnvoller darstellen, als mit einer Drehscheibe) Dann wird das Ganze natürlich recht komplex und Bedarf mit Sicherheit einiger Erläuterung im Vorfeld.

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