23. November 2016

Mal wieder etwas Sachunterricht....

Grafik K. Eidenberger
Blog Krabbelwiese
....Das hatte ich ja angekündigt. Ich bin immer am überlegen, in welchem Blog ich zum SU schreibe. Aber der Eulenblickblog ist eher für Materialideen gedacht und deshalb schreibe ich heute mal etwas zu guten Aufgaben im Sachunterricht.

Dieses Thema war erst kürzlich Inhalt eines Fachseminars und beschäftigt mich immer wieder. Vor allem angesichts der Tatsache, dass im SU doch recht häufig Lehrwerke, Arbeitsblätter usw. von Verlagen genutzt werden. Ich war viele Jahre Mitautorin eines solchen Lehrwerkes und konnte mitgestalten, diskutieren, aber auch erleben, wo ein Lehrwerk seine Grenzen hat...und dies ist oftmals bei Aufgabenstellungen. Nur ein Beispiel:
Liest man die Aufgaben wirklich kritisch, so findet man oft solche Sachen wie..."Recherchiert...., Schlagt nach.... Befragt euch...!" Es wird aber häufig kaum auf die entsprechende Methode eingegangen....also wie finde ich als Schüler eine Information oder Antwort auf eine entsprechende Frage. Natürlich kann ein Lehrwerk nicht super viele Links veröffentlichen, denn in einigen Jahren sind diese nicht mehr aktuell. Aber um Links allein geht es nicht. Wie arbeite ich sinnvoll mit einem Bestimmungsbuch? ...nur als Beispiel- wird kaum gezeigt.
Ich will hier auch auf keinen Fall Lehrwerke oder Verlage kritisieren, denn jeder Lehrer muss selbst entscheiden, wie und womit er arbeitet. Mir geht es eher darum, mal kritisch auf die Dinge zu schauen. Guter Sachunterricht zeichnet sich (meiner Meinung nach) u.a. durch sehr viel Handlungsorientierung aus. Und damit ist nicht das alleinige Ausfüllen von Arbeitsblättern gemeint. 

Was zeichnen nun gute Aufgaben im SU aus?
Fragezeichen von
M. Weyland Blog Grundschulkram Kruschkiste

Nach diesen Kriterien kann man wirklich mal Aufgaben untersuchen. Sicher sind nicht alle auf alles anwendbar, aber allein an unkonkreten oder zu lang formulierten Aufgabenstellungen scheitern oft manche Kinder.

Gute Aufgaben werden auch bei Sinus- Transfer näher beleuchtet. Hier kann ich nur raten, mal genauer nachzulesen. Auch dieser Artikel zeigt einige Schwerpunkte auf.
Ich fasse einmal einige Kriterien zusammen, die evtl. helfen, Aufgaben zu beurteilen:
  • Inwiefern ist die Aufgabe bedeutsam für die Schüler?
  • Werden durch sie Anforderungen konkretisiert?
  • In welche anschauliche Situation ist die Aufgabe eingebettet? 
  • Knüpft sie an Vorerfahrungen der Schüler an bzw. berücksichtigt sie Präkonzepte der Kinder?
  • Wird eigenes Handeln der Schüler durch die Aufgabe aktiviert/ gefordert/gefördert?
  • Wie wird unterschiedliche Lern- und Leistungsfähigkeit der einzelnen Kinder durch die Aufgabe berücksichtigt?
  • Wie erfolgt die Darstellung der Ergebnisse der Aufgabe auf individuelle Weise?
  • Wie wird bei der Lösung der Aufgabe Zusammenarbeit und Austausch der Schüler gefördert?
Diese Fragen habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern ebenfalls dazu nachgelesen. Ich habe das Glück, im Juni zu einer Fortbildung zum Thema "Lernaufgaben im SU" zu fahren. Diese wird von Frau Prof. Tänzer der Universität Erfurt durchgeführt. Ich freue mich darauf, weil mich das Thema einfach sehr interessiert. Das Bundesland NRW hat sich diesbzgl. auf den Weg gemacht und veröffentlichte Lernaufgaben für den SU. Leider kann ich diese nicht verlinken, aber wer googelt, wird fündig.
Auch wenn ich hier jetzt nicht ausführlichst auf das Thema eingegangen bin, so hoffe ich doch, den einen oder anderen von euch für das Thema sensibilisiert zu haben. Evtl. schaut ihr ja doch kritischer auf Aufgabenstellungen...

1 Kommentar:

  1. Liebe Arnie, so gute Denkanstöße, du hast vollkommen Recht. Manchmal geht es mir auch so, dass ich aufgrund von Zeitersparnis oder Kraftmangel Aufgaben unreflektiert nutze und beim Arbeiten denke, welch ein Schmarrn, was hat uns das jetzt gebracht. Hm, Wink verstanden. Nächstes Jahr im Juni ist die Fobi? Wo?
    LG cubi

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