13. Dezember 2016

Unterrichtsidee: Vergleichsaufsteller

Heute folgt eine Unterrichtsidee, über welcher ich lange nachgegrübelt habe und die schon lange in meinem Kopf herumgeisterte.
pixabay



Darauf gekommen bin ich, weil ich immer wieder merke, wie schwach Artenkenntnisse bei vielen Schulkindern ausgeprägt bzw. gefestigt sind. Wir geben uns im SU sicher alle redlich Mühe, z.B. Kenntnisse zu den heimischen Bäumen zu erwerben, diese zu festigen, sicher auch mit dem Ziel, dass diese in der Natur wiedererkannt werden. Leider habe ich diesbzgl. immer wieder negative Erfahrungen machen müssen und mich gefragt, woran das liegt. Klar war ich mit Kindern draußen, habe Bestimmungshilfen genutzt, vielfältige Bestimmungsübungen durchgeführt usw.. Ich denke, Kinder müssen sich mehr mit bestimmten Merkmalen auseinandersetzen, um diese dann in der Natur wiederzufinden.
Sicher kennt ihr alle das Vergleichsdiagramm (Venn- Diagramm). Hier kann man dazu noch einmal nachlesen. Ich versuchte das Ganze ein bisschen zu verändern und kam auf den "Vergleichsaufsteller". Dies sind zwei weiße Kreisscheiben, welche ich mittig faltete. Beide werden nun aneinandergelehnt und oben mittig eingeschnitten. Zwei andere Papierformen (ich habe die ovalen aus einem Moderationskoffer genommen) werden ebenfalls aufeinandergelegt und mittig eingeschnitten. Nun kann man alles ineinander stecken....das ist der fertige Aufsteller...nun zur Methode.
Ich lasse zum Beispiel zunächst nur die Merkmale eines (in diesem Falle Nadelzweiges) von Kindern untersuchen und diese kurz aufschreiben (zwei arbeiten zusammen). Dazu bekommt jedes Kind seine weiße, gefaltete Scheibe....oben wird geschrieben, unten kann man später das "Vergleichsobjekt" auflegen.

Beides wird miteinander betrachtet, verglichen und besprochen. Ein Kind ist jetzt für die Gemeinsamkeiten, ein anderes für die Unterschiede zuständig. Auch diese werden  kurz aufgeschrieben (hier sind Wortspeicher oder Hilfen sicher sinnvoll, auch die Aufgabenstellung ist genau zu überdenken). 
Beides wird nun auf die weißen Elemente aufgesteckt.


Die Fotos stammen aus meinem gestrigen Seminar. Ich habe die Übung hier mit meinen LAA´s durchgeführt, also nicht über die Schrift wundern!
Ich sehe den Vorteil in dieser Methode, dass man vielerlei Realien miteinander vergleichen kann...z.B. Getreide, Steine, Zweige.....und man hat gleichzeitig eine Art Ausstellung. Tauscht man die Nadelzweige (in meinem Falle) aus, kann man wieder zwei verschiedene Forscherobjekte miteinander vergleichen. Und.....ich brauche weder Arbeitsblätter, Lehrbücher oder andere vorgefertigte Dinge. Die Elemente sind aus stärkerem Papier und sicher auch in anderen Formaten verwendbar. Wichtig ist für mich, dass sich die Kinder mit dem Forschermaterial handelnd auseinandersetzen, die Sprache nicht zu kurz kommt und die Artenkenntnisse anwendbar werden. Natürlich muss ich nach solchen SU- Stunden raus in die Natur,um die Bäume mit ihren entsprechenden Zweigen wiederzuerkennen. 
Übrigens eignet sich Daniela Rembolds Wissenskartei zu den Laub- und Nadelbäumen hervorragend für Vergleichsdiagramme.

Kommentare:

  1. Hallo,
    das gefällt mir sehr! Ich finde es schwer zu verstehen, werde es also erst mal selbst basteln, um es zu durchdringen. Danke!
    Heike
    PS.: Die Schrift fand ich sehr spannend, da an unserer Schule gerade wieder über Druckschrift-Grundschrift-Schreibschrift-Handschrift diskutiert wird und ich hier wieder Beispiele dafür gefunden habe, dass Erwachsene in der Regel unverbunden sehr leserlich schreiben.

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  2. Ich muss es auch weiter durchdenken, hab es tatsächlich nicht ganz verstanden, wie es genutzt werden soll. Das könnte man sicher auch in anderen Fächern nutzen. Muss aber noch weiter nachdenken und es ausprobieren.

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  3. Spontan fällt mir noch ein, dass es noch besser wäre, wenn es nicht aus Papier wäre sondern irgendwie mehrfach verwendbar.

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  4. Man glaubt gar nicht, wie schwer es manchmal ist, etwas schriftlich so genau wie möglich und VERSTÄNDLICH zu beschreiben. Versucht es bitte mal nachzubasteln. Ich denke mal darüber nach, wie man ohne Papier auskommt. Die Anregung ist gut, liebe Cubi.
    Danke für eure Kommentare liebe Heike, liebe Cubi!
    Liebe Grüße von Arnie

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  5. Ohje, ich habe es auch noch nicht ganz verstanden und muss es wohl ebenfalls erst einmal nachbasteln. Du schreibst, wenn man die Zweige austauscht, kann man es sozusagen wiederverwenden, aber die Beschreibungen für genau die vorher genutzten Zweige sind doch noch da?!? Das passt doch dann im Zweifel gar nicht? Oder bleibt die Eibe liegen? Also
    Schritt 1: Eibe beschreiben
    Schritt 2: Lärche dazu
    Schritt 3: Unterschiede
    Schritt 4: Gemeinsamkeiten
    später
    Schritt 5: Lärche weg, Kiefer hinzu
    Schritt 3 und 4 neu?

    Ich mache mir auch immer Gedanken über Artenkenntnisse und die Festigung bei meinen Schülern, geadre beim Thema Wald oder Vögel oder oder oder. Bisher habe ich z.B. mit Baumkisten gearbeitet und danach vielfältiges anderes Material angeboten. Hilfreich waren auch Baumplakate als Ausstellung für die Schule und Vorträge vor anderen Klassen.
    Frage ich dann meinen Mann oder meinen Sohn, (beide übers Schulalter hinaus und mitten im Leben stehend;)) dann merke ich, dass diese kaum einen Nadelbaum von einem Laubbaum unterscheiden können - und es ist ihnen auch vollkommen egal! (Schreck für mich!)
    Mein Sohn sagt "Wenn ich wirklich jemals wissen will, wie ein Baum heißt, dann mach ich Foto und schau im Internet, das spuckt es schon aus."

    Da denke ich mir manchmal, sind unsere Anstrengungen, Ideen, Vorbereitungen und auch Ziele und Wünsche ( in diesem Fall "Artenkenntnis")"realitätsnah", "noch zeitgemäß", "wirklich bedeutend" oder müssen wir an manche Inhalte vielleicht anders herangehen?

    Liebe Arnie, dies ist keine Kritik, denn auch ich kümmere mich ja im Unterricht um Artenkenntnis und bin froh um jede neue Idee. Ist nur das, was auch immer wieder in meinem Kopf "schwirrt" - ich denke, du verstehst, was ich meine ;-)

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    1. Hallo Gabi,
      das ist der nächste Punkt, über den ich gestern auch gestolpert bin,aber nicht ansprechen wollte. Ich oute mich jetzt mal, ich bin auch nicht besonders firm im Bestimmen ... ABER ich sehe es wie dein Sohn. Und ich glaube tatsächlich, dass es das ist, worauf wir noch mehr achten müssen heutzutage. Den Kinder beibringen, wie sie in der "Stunde der Not", also wenn es wirklich wichtig ist zu wissen oder zu erfahren, herangehen müssen. Wo etwas dazu steht, effektiv zu recherchieren etc. Es geht nicht mehr nur um Wissen sondern tatsächlich um die Kompetenz des Dazulernens/Herausfindens wenn es nötig ist. Ja, man kann nun sagen, Allgemeinbildung ... aber wo beginnt die und wo hört sie auf? Es ist je beliebig, ob ich Bäume, Vögel, Insekten, Frühblüher etc. bestimmen kann. Ich muss wissen, auf welche Merkmale ich achten sollte, wie ich effektiv nachschlage und wo und wie ich mit Bestimmungsbüchern o.ä. umgehe. Das ist vermutlich der Punkt. Aber das hat jetzt weniger mit dem aufsteller zu tun, weil den Blick zu fokussieren und Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen, finde ich schon sehr wichtig ... unabhängig vom Fach.
      Nichts für ungut, Arnie.
      LG

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  6. Ich glaube ich habe es verstanden :-)
    Tolle Idee - die werde ich sicher mal ausprobieren! Daumen hoch!
    LG Rita

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